Posts from chriecharlie in thread „Wie geht ihr mit der permanenten Fremdbestimmung durch eure Kinder um?“

    als sich mein Kind in dem Alter die Stirn am Couchtisch aufgeschlagen hat und ich dann in der Notaufnahme war, hat mich die Ärztin geschimpft, wo ich denn gewesen wäre in der Zeit und warum ich es nciht verhindert hätte.

    Es war 13 Uhr mittags gewesen, ich in der Küche, also Nebenraum, waren paar Meter....habe für die Schulkinder Essen fertig gemacht...

    und das Unfallkind hat es in der Sekunde geschafft, sich durch zwei im rechten Winkel zueinander, eigentlich super-schwere Sofas zu drücken, welche den Couchtisch eigentlich verborgen haben....

    mann, hat die mir einen Anpfiff gegeben... udn dann den geschockten älteren Geschwistern, weil die auch nicht daneben gestanden waren.

    Oder Kinder von 7 Uhr morgens bis 18 Uhr fremdbetreut sind und die Eltern von ihnen nichts wissen und so gar nicht wüssten, wo sie ansetzen sollten mit "Korrektur".

    na bei dieser "Fremdbetreuung" sind sie in der Kita und für manche ist das ein Segen, da dort wenigstens noch Erziehung läuft.

    bin ich vollkommen bei Dir.

    während Corona war es mir als Lehrer vollkommen egal, ob das Kind das oder dies Arbeitsblatt erledigt hat...

    ich wollte Kontakt mit dem Kind, weil wir Lehrer bei manchen unseren Schülern echt Befürchtung hatten, dass sie ihr Elternhaus überleben...


    aber es ging ja darum, warum manche Kinder verhaltensgestört sind ....

    und wieweit die Eltern da Einfluss haben.

    und wenn die Kinder den ganzen Tag nicht bei den Eltern sind, haben diese halt wenig Einflussmöglichkeiten .

    Gut, ich habe eben viel mit verhaltensgestörten Kindern zu tun - aber es gibt eben auch viele. Sehr viele.

    tja aber bei diesen verhaltensgestörten Kindern ist doch was in der Erziehung falsch gelaufen oder? einfach so ist doch keiner verhaltensgestört ..... heißt nämlich er ist in seinem Verhalten gestört - gab es also nicht rechtzeitig eine Korrektur.

    nach meiner Erfahrung als Lehrkraft in einer Förderschule gibt es eigentlich kaum eine Erziehung.....

    einfach, weil sich unglaublich viele Eltern für ihre Kinder nicht interessieren.

    Oder Kinder von 7 Uhr morgens bis 18 Uhr fremdbetreut sind und die Eltern von ihnen nichts wissen und so gar nicht wüssten, wo sie ansetzen sollten mit "Korrektur".

    Ich kenne da auch überhaupt kein Pardon bei kleinen Kindern. Ich weiß mehr, ich sehe mehr, ich habe mehr Überblick, ich beschütze sie, und im Gegenzug gehorchen sie, wenn ich deutliche Ansagen machen, so ist einfach der Deal. Es werden Zähne geputzt, an Straßen wird angehalten, Tiere werden nicht belästigt oder gehauen. Da sehe ich überhaupt keinen Diskussionsspielraum. Sobald das Kind verständig genug ist, erkläre ich die Gründe, klar, und ich erkläre sie auch gern wiederholt und immer genauer, wenn nötig, wenn das Kind immer verständiger wird, aber in DEM Moment sage ich, was passiert, und das Kind tut, was ich sage. Ich nutze dieses Privileg und diese Verpflichtung nicht aus, ich terrorisiere ein Kind nicht mit unnötigem Scheiß, und ich missbrauche meine Autorität nicht. Aber ich nutze sie, um meiner Verpflichtung, das Kind zu beschützen, sinnvoll nachkommen zu können.


    Ich erlebe immer wieder, dass Eltern damit hadern, über ihre Kinder bestimmen zu müssen. Aber ich finde das vollkommen unproblematisch, wenn man sich klarmacht, dass man das Bollwerk zwischen dem Kind und ihm drohenden Schaden ist, dass man Verletzungen, andere gesundheitliche Schäden und auch subtilere Schäden (beispielsweise den Ärger, den es bedeutet, wenn man nie gelernt hat, sich in bestimmten Kontexten vernünftig zu benehmen) zu einem Nein "abmildert" und dann eben aushält, dass das Kind einen manchmal auch scheiße findet, weil es natürlich schade ist, dass man nicht alles machen kann, was man will. Man gibt dem Kind ja die Verantwortung mit zunehmender Verständigkeit immer mehr in die eigenen Hände.



    das entspricht auch meiner Haltung bzgl. Kindererziehung;

    nur hat das bis jetzt eben auch ohne inflationär genutztes "nein" funktioniert.

    und ich hatte noch nie "angst" vor der reaktion der Kinder,

    da müssen wir alle durch :smiling_face:

    Und die Kleine ist einfach eine freche 2-Jährige, die einen Hang zu Süßigkeiten hat. Man kann sie keine 5 Minuten aus den Augen lassen, da sie Schränke ausräumt, Essen auspackt (bevorzugt Schokolade). Teilweise wissen wir gar nicht, wie sie dran kam, da sie eigentlich für viele Lagerorte zu klein ist. Zudem ist ihr Hobby Dinge zerstören und zerreißen. Entweder sie macht die Basteleien des Großen kaputt. Oder sie schleicht sich ins Büro (wenn es mal nicht abgeschlossen ist) und durchwühlt alles und macht Konfetti aus unseren Unterlagen und Dokumenten.

    bei einer 2 jährigen hilft eigentlich nur konsequent vorbeugen - also genau kontrollieren, alles hoch tun, damit sie nicht ran kommt und Arbeitszimmer zuschließen.

    und nein sagen und üben, dass sie auch ein nein verstehen....

    wir haben das umgekehrt gemacht;

    "nein" war ein super-seltenes Wort, aber bis heute ist unseren erwachsenen bzw. Teenie-Kindern klar:

    wenn "nein", dann "nein". das wurde nie in Frage gestellt.


    Das "nein" ist das dritthäufigste wort bei Kleinkindern und wir Eltern waren wirklich davon überzeugt, dass Kinder das mit 1 -4 (so ungefähr) in seiner Gänze nicht verstehen.

    Wir hatten auch nie das Problem mit "willensstarken" Zwei- oder Dreijährigen, die uns ständig "nein" um die Ohren geknallt haben;

    wir haben das in der Beobachtung nie als Trotz oder Willensstark gesehen, sondern eher als Imitation, welche wiederum die Eltern als "willensstark" verstanden haben.

    Wir wollten immer vermeiden, dass sich das dann hochschaukelt, deshalb gab es hier eigentlich bis knapp in ´s Schulalter hinein kein "nein".

    du hast halt gut nachgemacht,

    gute Vorbilder... aber lese doch mal nach.... die passenden Gehirnwindungen für Empathie sind mit 1,5 halt noch nicht vorhanden.

    habe ich mir doch nicht ausgedacht,

    was hätte ich davon?


    es ist doch auch egal, ob das streicheln ein Ergebnis von Empathie oder von guten Vorbildern ist,

    Ziel ist eine sozial angegbrachte Reaktion bzw. Kommunikation.

    Warum, weshalb, wieso das Kind das macht, ist egal.

    Man sollte halt bloß in dem Alter nicht auf Empathie setzen.

    die kommt erst mit 4.... hat was mit der gehirnentwicklung zu tun;

    Laut einem Eltern-Kind-Coach, den wir kennen, sogar erst mit 6/7. Erst dann sind Kinder in der Lage Argumente der Eltern rational einordnen zu können und Abwägen zu können "Was hat das für Folgen/Konsequenzen, wenn das oder jenes passiert, oder wenn ich mich so oder so verhalte".

    ja, piaget meinte, mit 6 oder 7 jahren.

    durch mrts etc.. siedelt man das jedoch im schnitt auf das alter um "4" an.


    was mich da immer etwas "erschreckt" , sind alle erkenntnisse aus dem spracherwerb.

    erst mit 11 sind Kinder soweit, wie wir Erwachsene, d.h., alles, was mit Konjunktiv oder Zeitangaben, Alternativen etc.. zu tun hat, kommt bei ihnen nicht so an, wie wir denken, dass es das tut. Sie spiegeln halt unglaublich viel und so entwickelt sich ja auch Kommunikation/Interaktion, aber es ist doch immer schwer zu verdauen, dass Kinder noch bis in die weiterführende Schulen auch sprachlich induziert ein ganz anderes Zeitempfinden haben, auch, wenn wir sie in unseren Alltag halt reinpressen.

    oder dass kinder wirklich nur das sagen können, was sie auch verstehen,

    der spruch:

    "der spricht nichts, versteht aber alles" ist vor modernen Erkenntnissen einfach nicht richtig, auch, wenn das Verstehen schon einen Tick vor dem Sprechen kommt. Aber eben nur einen Tick.

    Einer Zweijährigen was zu "erklären" fruchtet im Bezug auf die Sache an sich einfach nicht.

    Wie erklären immer und immer wieder. Teilweise wiederholt sich ein und die selbe Situation innerhalb von 1-2 Stunden mehrfach. Zudem haut, beißt und zieht sie an den Haaren beim Großen und das aus dem Nichts. Auch hier erklären wir und begleiten. Der Große weint und erklärt mit (oder haut/beißt auch wirklich selten mal zurück). Sie scheint es dann verstanden zu haben, streichelt ihn dann, um ihm im nächsten Moment wieder eine zu scheuern. Das macht mich echt wahnsinnig. Wenn man sie fragt, warum sie XY gemacht hat, sagt sie einfach nur „Weiß ich nicht.“ 🤷🏻‍♀️ Di

    in der erzieherInneausbildung wird gelerht, dass kids in dem alter halt keine empathie haben, die kommt erst mit 4.... hat was mit der gehirnentwicklung zu tun;

    in der psychologie folgt das den erkenntnissen aus der theory of mind.


    erklären bringt auch ncihts, weil sie sprachlich nicht so weit ist, das weiß man aus dem spracherwerbsprozessen.

    klar sagt sie dann: "weiss nicht." sie weiss es wirklich nicht.

    reden und von ihr mitleid oder empathie zu verlangen, das überfordert sie.

    ihr hirn ist noch nicht soweit. das ist für uns große schwer zu akzeptieren, aber es ist halt alles entwicklungssache.

    das streicheln der großen macht sie nicht, weil ihr die große leid tut, sondern weil sie das abgeschaut hat. aber sie fühlt da kein mitleid.


    das hauen und beissen etc.. macht sie auch nach,

    das kommt irgendwo her.

    das stellt sie nur ein, wenn ihr klar gemacht wird, dass sie das nicht darf. aber sie wird es nicht einstellen, weil sie es "einsieht". dazu ist sie viel (!!) zu klein.

    Aber warum kann man z.B. An einer Schule mit 3 Klassen pro Stufe nicht sagen, pro Klasse werden Kinder eines Schwerpunktes integriert (natürlich in Abhängigkeit von der Anzahl) - in eine Klasse eher die mit sprachlichen Problemen, in der 2. mit Schwerpunkt Lernen, .... - so wäre trotzdem keiner ausgegrenzt -- man würde aber der Lehrerin die Betreuung der einzelnen Kinder erleichtern. Denn es macht schon einen Unterschied - ob man die Stunde/das Material immer auf 3 oder 4 verschie

    die Idee ist super,

    aber dafür braucht man dann Lehrer von drei verschiedenen Schul- bzw. Ausbildungsarten und die kann ein Schulleiter nicht einstellen. Bzw. er kann schon, die werden dann aber nicht hinsichtlich ihrer fachlichen Qualifikation bezahlt,

    weil immer "fachfremd", was natürlich Quatsch ist....

    aber wer will sich das antun... die Aussicht auf eine unbefristet Stelle ist damit mehr als unsicher.

    Ich weigere mich es für ok zu halten, dass man Kindern, die aus Syrien hierher geflüchtet sind, jahrelang mit fünf Geschwistern in einem Zimmer in einem eigentlich nur für den Übergang gedachten Heim verwahrt werden, im Grunde dann mit 9 sagt: Hallo, lös mal deine Probleme alleine, so bist du nicht beschulbar. (furchtbarer Begriff). Das ist ein staatliches Versagen.

    du hast nicht erwähnt, dass es Geflüchtete bzw. DaFler sind.

    Dann ist das natürlich nicht passend und sie sind dort falsch.

    Also Hand -Fuß-Mund gab es bei uns früher definitiv gar nicht ...GsD.

    Ich wusste - bebor ich Kinder hatte - nichtmal was das ist.


    Neulich hingen vier Schilder an der Kita: Scharlach, Hand Mund Fuß, Bindehautentzündung und Borkenflechte. Ach, und Läuse hingen glaub ich auch aus.

    Da will man am liebsten wieder umdrehen :grinning_squinting_face:

    also sollte man eigentlich schon,

    das ist schon heftig...

    die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind sich da was einfängt und es ihm dann schlecht geht, ist schon hoch.

    Mama mir das am Telefon erzählte und ich weinte, kam sie zu mir (da war sie gradmal 2) und brachte mir Taschentücher und legte den Kopf bei mir an. Ich glaub sowas schauen sich die Kinder auch einfach ab - wie geht man mit einem weinenden Menschen. Was macht Mama wenn ich krank bin, was macht Papa ... und dann ahmen sie vielleicht auch einfach nach.

    Aber wie ich schonmal schrieb, sie hat gigantische Sensoren wenns um Emotionen geht - besonders um meine. Vor ihr kann ich nichts verbergen.

    sie hat halt tolle, fürsorgliche Vorbilder.


    Sensoren haben sie ja alle, ich meinte eben Empathie, also nicht nur das Aufnehmen, sondern das Mitempfinden mit der anderen Person.

    Das mit dem nachahmen kann ich auch beobachten. Die Kleinen machen das oft, wenn etwas passiert: sie wiederholen, was ich dann in solchen Situationen sage und tue. Ich denke, das ist ja auch der Grundstein der emotionalen Entwicklung, dass sie beobachten, was die Erwachsenen in solchen Fällen tun. Trösten z.B., in den Arm nehmen, was nettes sagen usw.

    Wenn die Große sich wehtut, läuft mein 1 jähriger zum Kühlschrank um Kühlpads zu holen :D:(: und er bringt ihr auch den Schnuller.

    eben, gutes Beispiel...

    es wird imitiert und wir bewerten das halt vor unserem Weltbild, was wir dann dem Kind auch weiter geben...

    Da geht es nicht um Theorie oder Praxis,

    die Gehirnhälften müssen halt zusammen wachsen, vorher ist vieles nicht möglich, eben auch nicht, Empathie zu empfinden.

    Also bei Menschen :smiling_face: