Posts from nichtmehrdabei in thread „Wie geht ihr mit der permanenten Fremdbestimmung durch eure Kinder um?“

    Ich finde das teilweise ziemlich krass, was ihr für Situationen schildert, insbesondere auch die jeweiligen Gründe der Kinder, warum sie ausflippen (zB weil das Kind darüber bestimmen will, auf welchem Parkplatz die Mutter parken soll).

    Das ist wirklich sehr normal, nicht krass. Das ist ein Entwicklungsschritt, den alle Kinder machen, halt in sehr unterschiedlicher Ausprägung.

    Ok. Respekt, dass ihr als Eltern das so "aushaltet" bzw. damit umgehen könnt (Anmerkung: Das meine ich an alle Eltern in diesem Thread gerichtet, die "schwierige" Kinder haben).


    Mein Bruder war auch so ein extrem cholerisches Kind, das anderen Familienmitgliedern oft seinen Willen aufzwingen wollte bzw. ausgetickt ist, wenn jemand Nahestehendes aus dem engsten Familienkreis nicht so wollte, wie er. Natürlich sind ihm trotzdem Grenzen gesetzt worden.


    Bei ihm ist das cholerische Temperament aber so geblieben und hat sich nicht "ausgewachsen". Er hat auch als Erwachsener noch bis heute seine "Kinski-Auftritte", mit denen er später auch seine jeweiligen Freundinnen verstört und zum Heulen gebracht hat.

    Was sich bei ihm aber mit dem Älterwerden gelegt hat ist, dass er irgendwann ab ca. Anfang 20 nicht mehr zu Tätlichkeiten geneigt hat, sondern sich ausschließlich auf Rumschreien/Anschreien und Beleidigen beschränkt hat. Mir macht das schon seit Ewigkeiten nichts mehr aus, wenn er mal wieder seine Anfälle hat, aber als Kind fand ich seine Art sehr anstrengend und psychisch stressig bzw. erschöpfend, weil er nie Grenzen einfach so akzeptiert hat, sondern man mit ihm um alles immer erst kämpfen musste.


    Ich denke nicht, dass Eltern pauschal schuld bzw. verantwortlich sind, wenn Kinder so jähzornig sind. Habe ich ja auch bei meinen Eltern live miterlebt; die haben sich sehr bemüht, trotzdem können sie ja nicht den Charakter eines Kindes ändern und auch nicht 24/7 ihr Kind unmittelbar beaufsichtigen. Manche Kinder sind einfach so, von klein auf.

    Bei einigen wächst es sich aus, bei anderen nicht.


    Ich kann das absolut nicht verstehen inhaltlich, warum die Kinder wegen solcher Sachen so wütend werden.

    Kinder sind im Grunde extrem fremdbestimmt, für sie wird sehr viel von außen festgelegt, oft aus Gründen, die für sie nicht nachvollziehbar sind. Anfangs nehmen sie das so hin, irgendwann entwickeln sie dann das Bewusstsein dafür, dass sie "ein eigener Mensch" sind und dass ihre Wünsche und die der Umwelt manchmal kollidieren - und dass man darauf gegebenenfalls Einfluss nehmen und seinen frisch entdeckten eigenen Willen behaupten kann. Und dann üben sie das halt und probieren sich aus.

    Ok, Danke für deine Antwort.

    Ich finde das teilweise ziemlich krass, was ihr für Situationen schildert, insbesondere auch die jeweiligen Gründe der Kinder, warum sie ausflippen (zB weil das Kind darüber bestimmen will, auf welchem Parkplatz die Mutter parken soll).


    Bei Erwachsenen würde man derlei Verhaltensweisen hochgradig verhaltensauffällig finden. Bei Kindern ist zwar ein anderer Maßstab anzulegen, aber ich finde das trotzdem offen gesagt bizarr beim Lesen, warum die Kinder jeweils ausgetickt sind. Ich kann das absolut nicht verstehen inhaltlich, warum die Kinder wegen solcher Sachen so wütend werden. Aber bei Kindern ist das wohl normal?

    Häufig werden diese Kinder irgendwie durch die Schulzeit „gebracht“ ohne das sie je auf der wirklich passenden Schule wären.

    Aber wie viele Schulen willst du bauen, damit jeder die genau für sich passende haben kann?

    Eben. Es ist leider doch absolut normal, dass der Unterricht dem einzelnen Schüler jeweils nicht gerecht wird. Welcher Schüler kennt das bitte nicht?!


    Wenn ich die Schulzeit mit einem Satz beschreiben müsste, würde ich sagen, dass es die Zeit des ständigen Wartens war.

    Nämlich warten, dass die anderen auch fertig sind mit den Aufgaben; warten, dass es inhaltlich im Stoff endlich weitergeht; warten, dass der Schultag endlich rum ist und die Quälerei mit erzwungenem Nichtstun (weil man ja ständig warten muss und sich nicht derweil mit anderen Dingen beschäftigen darf) endlich für ein paar kostbare Stunden vorbei ist. In der Schule habe ich gelernt, geistig abzuschalten und mich weit weg zu träumen. Und den Lärmpegel und das ständig unter Menschen sein müssen, ohne Rückzugsmöglichkeit, fand ich auch immer sehr anstrengend.


    Allerdings ist es nicht so, dass meine Mitschüler mit dem Unterricht zufriedener gewesen wären, bis auf ein paar Ausnahmen. Eigentlich hatte die große Mehrheit der Schüler keinen Bock auf Unterricht, wenngleich die persönlichen Gründe verschieden waren.


    Anders erlebt habe ich das nur mal in einer internationalen Schule, die ein paar Schüler von uns von unserer Schule aus für einen Tag besuchen durften. Da war aber alleine der Betreuungsschlüssel und die technische Ausstattung um Welten besser und die Schüler haben die guten Schüler nicht fertig gemacht, sondern da galt es als angesehen, wenn man sich für den Unterricht interessiert und mitgemacht hat.


    Joa, das ist an staatlichen Schulen aber nicht realisierbar. Man kann nur hoffen, dass man die Schulzeit irgendwie übersteht und danach ausbildungsmäßig und beruflich die richtigen Entscheidungen trifft. Ist eben so, das ist das Leben.

    Das läuft jetzt schon fast seit sieben Jahren total entspannt und phantastisch, beide nehmen den Partner mit seinen spezifischen Interessen genauso ernst wie die eigenen Wünsche, beide existieren für sich, als Paar und als Eltern gleichermaßen.

    Außerdem kenne ich noch ein weiteres Paar, welches es ähnlich hält, und das finde ich sehr schön zu sehen.

    Das finde ich auch gut.

    Deine Arme Mama hatte wahrscheinlich nicht mitbekommen,dass du verletzt warst oder ?

    Nein - sonst wäre das auch anders gelaufen :smiley_emoticons_biggrin: , aber da ich ihr als sie eben noch im Bett lag sachlich kurz erzählt habe, was mit meinem Fuß war + Schmerzen meistens recht sachlich-nüchtern vorgetragen habe, und von ihr als Antwort bekommen hatte, dass ich mich eben wieder hinlegen soll, hatte sich das aus meiner kindlichen Sicht soweit erst einmal erledigt.


    Also ich hatte sie eben pflichtgemäß informiert und als Erwachsene hat sie das eben (vermeintlich) so bewertet, dass das warten muss bis zum Frühstück, was für mich als Kind ok war. Dass sie zwar mit mir geredet hat, aber eigentlich im Halbschlaf so gut wie nichts von meiner Schilderung mitbekommen hat, wußte ich als Kind nicht - schließlich hat sie ja in einem ganzen Satz mit mir geredet. Sie hatte tatsächlich aber nur mitbekommen, dass ich irgendwie meinen Fuß erwähnt hatte und hat mich später darauf angesprochen.


    Also wir durften auch ins Bett unserer Eltern früh kommen,da wir da aber still liegen sollten sind wir freiwillig wieder ins Kinderzimmer zum spielen,tief schlafen könnten meine Eltern dann aber auch nicht mehr . :rolling_on_the_floor_laughing:

    Auch eine Möglichkeit. :smiley_emoticons_biggrin:

    Meine Eltern hätten mir 'nen Vogel gezeigt, wenn ich als Kind erwartet hätte, nach dem Aufstehen von denen betreut zu werden. Ja, damals war ich wirklich mal Frühaufsteher als kleines Kind, kann ich selbst kaum glauben.


    Einmal bin ich an einem Wochenende morgens mit dem Fuß beim Aufstehen (Herausspringen) aus dem Bett umgeknickt, ich bin dann zu meinen schlafenden Eltern gegangen und wurde von meiner Mutter im Halbschlaf aufgefordert, mich doch noch wieder in mein Bett zu legen, bis alle aufstehen und es Frühstück gibt. Joa das habe ich auch gemacht. Der Arzt war allerdings später etwas unbegeistert, als ich ihm den "Unfallhergang" genau so geschildert habe. Meine arme Mutter durfte sich was anhören, dabei konnte sie eigentlich nichts dafür, war einfach unglücklich gelaufen. :face_with_tears_of_joy:


    Oh man, Eltern beneide ich nicht.

    ne, sie lag auf dem Sofa und und ich saß auch drauf und sie hat mich halt ständig getreten, während sie maulte, dass sie nicht genug Platz hat (was nicht der Fall war, die ist extra weiter an mich ran gerutscht). Dann hat sie sich auf die andere Seite des Sofas begeben, wo ich ja näher am Ende saß und hat das weiter geführt. Allerdings bin ich erstmal nicht weggerutscht, weil ich mich von einer dreijährigen nun auch nicht vertreiben lasse. In Summe war es aber halt alles.. das schrille jammern/maulen und eben das nervige treten, damit sie ihren irrationalen Willen kriegt.

    Was spricht in der Situation dagegen, dem Kind zu sagen, dass es andere Menschen nicht zu treten hat?


    Ich meine das keineswegs besserwisserisch, sondern frage aus Neugier.


    Btw. mein Bruder war als Kleinkind auch schon sehr ätzend und wollte 24/7 Aufmerksamkeit, die er entsprechend eingefordert hat, und auch deshalb war mir als Kind klar, dass ich nie eigene Kinder haben möchte. :grinning_squinting_face:


    p.s.:

    Vielleicht sollte dieser Thread zur Pflichtlektüre für alle mit Kinderwunsch werden.