Posts by Bion

    das finde ich auch höchstgradig ungerecht

    Es ist unsere Verfassung, das Grundgesetz, das kann man persönlich ablehnen, man kann es ungerecht finden, aber es ist das rechtliche Fundament unserer Gesellschaft. Es geht bei den "harten" Eingriffen, wie Quarantäne, Ausgangssperre etc. um die ganz klassischen Grundrechte als individuelle Abwehrrechte gegen staatliche Beeinträchtigungen. Solche sind hier nur dann durch Gefahrenabwehrmaßnahmen einschränkbar, wenn hier eine individuelle Gefahr von dem Menschen ausgeht (positive Kenntnis der Gefährdung) oder es eine hohe Wahrscheinlichkeit hierfür gibt (lediglich potentielle Gefährlichkeit). Letzteres war früher unklar, aber seit das bundeseigene RKI seine diesbezüglichen Feststellungen getroffen hat, war die Rechtswidrigkeit nicht nur möglich, sondern evident. Man sah dann ja auch, wie alle Parteien, insbesondere die jeweiligen Justizminister blitzartig, wie von einer Wolfsmeute getrieben auf diesen Zug gesprungen sind.


    Was ich persönlich ärgerlich finde ist, dass diese im Falle einer (nunmehr gegebenen) entsprechenden Datenlage evidente Rechtswidrigkeit nun wirklich nicht überraschend war, aber dennoch vor einigen Wochen sehr viele hochrangige Politiker versucht haben, das Thema mit gänzlich sachfremden Erwägungen (unsolidarisch etc.) in Nebelkerzen zu tunken. Klar, zum damaligen Zeitpunkt war Impfstoff noch sehr sehr knapp und eine Rücknahme der Freiheitsbeeinträchtigungen oder auch nur die öffentliche Diskussion hierüber hätte die damals aufkommende Unzufriedenheit über das Impfstoffmanagement der Regierung möglicherweise extrem hochkochen lassen, das ist jetzt deutlich entspannter. Der "Vernebelungsweg" mag diesbezüglich geholfen haben, für die Glaubwürdigkeit der Politik empfinde ich ihn dagegen als gehörigen Bärendienst. Bösartig könnte man sogar formulieren, dass derart widersprüchliches Verhalten dem Lehrbuch "Wie erziehe ich Bürger zu Querdenkern" entsprungen sein könnte. Sorry, der letzte Satz war polemisch, aber mich ärgert das wirklich richtig dolle!

    aber da kann man sich beid er FDP bedanken

    Na ja, und bei nahezu sämtlichen Juristen, aber zumindest ist hier die FDP einmal ihrem eigenen Anspruch als "Schutzmacht" der Grund- und Menschenrechte gerecht geworden.

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    Bibi könnte eine neue Regierung bilden, aber dazu braucht er die arabischen Israelis. Dass die wie Sinn Fein eine eigene Position dazu haben, ist aber nicht verwunderlich. Bisher wurden sie links liegengelassen, um nicht zu sagen, ignoriert. Stattdessen wurde Gesetze für das jüdische und nur das jüdische Nationalbewusstsein erlassen. Also wie soll man dann als arabischer Israeli das Gefühl haben, man wird ernst genommen und kann partizipieren.

    Jetzt ist Netanjahu ja erst mal mit seinem Versuch der Regierungsbildung krachend gescheitert, wobei mir auch unklar ist, ob die völlig nicht zusammenpassenden Grüppchen, die er als Koalition angedacht hatte, überhaupt irgendeinen Sinn ergeben hätten. Gantz könnte eine Mehrheit zusammen bekommen, wenn er die arabischstämmigen Israelis auf seine Seite bekommt, diese auch "wollen" und Gantz bereit wäre, deren Preis für das "Wollen" zu zahlen. Insoweit sehe ich hier durchaus eine strategische Gestaltungs- und Machtoption für die arabischstämmigen Israelis.

    Israel ist gespalten und zwar sehr tief. Ganz holzschnittartig kann man sagen, dass es neben ausgesprochen liberalen Israelis auch Großisraelapologeten und dann noch die fanatischen Ultraorthodoxen gibt sowie außerdem natürlich die arabischstämmigen Israelis. Die Großisraelanhänger und die Ultraorthodoxen stellen im Grunde den entscheidenden Machtfaktor für Netanjahu dar. Die arabischen Israelis könnten eine ausschlaggebendere Rolle spielen, aber das ist aus vielerlei Gründen schwierig, ein wenig erinnert mich deren Argumentation an die der Sinn Féin in Bezug auf Nordirland und das House of Commons. Letztlich aber hast Du Recht, Socke, es gibt auf beiden Seiten Fanatiker, viele alte und neue Verletzungen und Hass.

    Denke bitte an Halle! Man kann nur hoffen, daß die Synagogen mittlerweile besser geschützt werden. Man fragt sich, warum ist ein Schutz der Synagogen in Deutschland überhaupt nötig? Die Antwort kann sich jeder Deutsche selber geben. Schrecklich! Das soll selbstverständlich keine Abwertung gegen die deutschen Staatsbürger sein. Die Ursachen liegen im 2. Weltkrieg.

    Ich denke, es ist kontraproduktiv Anschläge von deutschen Rechtsextremisten mit Anschlägen zu vermengen, die ihre Wurzeln im Generationen übergreifenden Hass haben, der sich aus dem Nahostkonflikt nährt, Beides ist unerträglich, gar keine Frage, um die Täter und deren Beweggründe zu verstehen bzw. zukünftige Taten zu verhindern, sollte man hier differenziert analysieren.

    Müssen wir mal zusammen machen wenn ich wieder Puls haben und ein halbes Schleudertrauma vertragen kann :grinning_squinting_face: Ich hab mega Angst davor, aber am Ende siegt eben doch stets meine masochistische "Lass machen, man lebt nur einmal"-Ader.

    Deal :smiley_emoticons_unknownauthor_bigsmoke:

    Bion würdest Du Dir ein Brennstoffzellenauto holen? Und wenn nein, warum nicht, also an was liegt es, was müsste sich noch verbessern - ist es nur die Problematik des "Tankens" die noch mangelnde Infrastruktur? Oder was genau würde Dich am meisten stören? Das wollt ich Dich schon länger mal fragen, jetzt fällt es mir wieder ein.

    Im Moment fehlt es diesbezüglich einfach an Auswahl und die fehlende Infrastruktur wäre für mich zur Zeit ein KO-Thema. Ich bin aber auch zu wenig im Thema Wasserstoff und PKW, um da etwas wirklich fundiertes zu sagen, das Prinzip der Brennstoffzelle empfinde ich aber als hochspannend. Ein bisschen Bauchschmerzen (ohne fundierte Zahlen zu kennen) habe ich hinsichtlich der Effizienz. Wenn ich die energiewirtschaftlichen Planungen richtig verstehe, dann wird ja Strom verwendet um den Wasserstoff herzustellen (als Speicher- und Transportmedium) und in der Brennstoffzelle wiederum zu Strom umgewandelt, um den E-Motor des PKW anzutreiben. Hier muss man sicherlich forschen, ob und inwieweit dies für PKW, die ja dann auch zusätzlich eine große weiträumig über das Land verteilte Wasserstoffinfrastruktur benötigen, Sinn macht. Bei stationärer Anwendung in der Industrie entfiele dies, das scheint mir in diesem Bereich also deutlich einfacher zu sein. In den nächsten Jahren halte ich es für wahrscheinlicher, dass die Kapazität der Akkus und die Ladegeschwindigkeit in der "klassischen" E-Mobilität weiter erweitert wird. Insbesondere bei den ganz neuen long range Modellen von Tesla und dem Mercedes EQS wurden da bereits erste recht beeindruckende Ergebnisse erzielt.

    Ich weiß nicht, Deinen Zusammenhang sehe ich hier nicht ganz klar. Meinst bezüglich Identitätspolitik, hinsichtlich des Toleranz-Paradoxons oder ganz allgemein bezüglich "Dornen" im Fleisch wahlkämpfender Parteien :thinking_face:

    Allgemein ging es mir um den sogenannten moralischen Sieg bei der uneingeschränkten Anwendung hehrer Prinzipien - so kann man wie die Toleranz auch die Klugheit und den Pazifismus problemlos mit den eigenen Waffen schlagen, wenn sich diese nicht gegen aggressives Vorgehen außerhalb dieser Moral zur Wehr setzen.

    Da ist zweifellos sehr viel dran. So wie uneingeschränkter Pazifismus ein neues Auschwitz geschehen lassen müsste, würde uneingeschränkte Toleranz letztlich der Intoleranz zum Sieg verhelfen.

    Ist, vereinfacht ausgedrückt, das "der Klügere gibt nach" bzw. "linke Backe, rechte Backe"-Problem, oder? :thinking_face:

    Ich weiß nicht, Deinen Zusammenhang sehe ich hier nicht ganz klar. Meinst bezüglich Identitätspolitik, hinsichtlich des Toleranz-Paradoxons oder ganz allgemein bezüglich "Dornen" im Fleisch wahlkämpfender Parteien :thinking_face:

    Die Mohrenstraße ist ein ganz gutes Beispiel dafür, dass es ein schwieriges Thema ist, Süntje. Ich bin nun wirklich kein Sprachwissenschaftler und man kann bestimmt mit den unterschiedlichsten Ergebnissen über Etymologie und Bedeutungswandel dieses Wortes diskutieren, ich denke aber, das bringt uns hier nicht wirklich weiter. Was mir wichtig ist, dass in diesem Fall Thierse durch seine Ablehnung einer Umbenennung der Mohrenstraße genauso wenig zum Rassisten wird wie unser Timba, der für das begrifflich sicherlich angreifbarere Zigeuner-Schnitzel streitet.


    Aber gut, ich versuche mal eine Thierse-Exegese: Er wendet sich doch im Grunde gegen (rechte oder linke) Identitätspolitik und beruft sich dabei stark auf den von mir sehr geschätzten Dahrendorf, der meines Erachtens insoweit stark von Popper und jenseits des Positivismusstreits wohl auch von Adorno geprägt war. Als selbstangemaßter Thierse-Versteher meine ich, dass er insbesondere dann rechte oder linke Identitätspolitik kritisiert, wenn durch sie der Common Sense einer freien, offenen und pluralen Gesellschaft beeinträchtigt wird. Im Grunde sind wir hier bei der praktischen Anwendung und auch der Reichweite von Poppers Toleranz-Paradoxon. Ich zitiere nachfolgend mal aus Wikipedia, wo das kurz, aber dennoch ganz schön dargestellt ist:


    Aber Thierse hat dabei immer so eine schräge "ich verstehe gar nicht was hier so passiert , sorgenvolle Kummermine" den möchte man ja direkt trösten und ihm erklären, dass alles nicht so schlimm ist.

    Sorry, dss ist auch drüber, aber so empfinde ich ihn immer wieder

    In seinem FAZ-Beitrag über Cancel Culture und Identitätspolitik war er schon ziemlich klar, für mich wirkt er da schon authentisch und sichtlich um den inneren Zusammenhalt der Gesellschaft besorgt. Man muss sich seinen Auffassungen ja nicht anschliessen, aber meines Erachtens ist das ein ganz anderer Ansatz, als bei Provokationen als Selbstzweck im Stil eines Palmer. Bei der FAZ ist der Beitrag immer noch hinter der Paywall, aber hier findet man den Inhalt auch.

    Und was eint all diese Dorne?

    Die sind gar nicht so solitär, gemeinsam haben die von Dir genannten wohl schlechten Stil, Hybris und ein Spiel mit dem Populismus. Wie man ganz anders als Palmer mit dem Thema Cancel Culture umgehen kann, zeigt zum Beispiel ein weiterer Dorn, nämlich Thierse.