Posts by Süntje

    Ich schwöre auf Manuka Honig bei schlecht heilenden Wunden.

    Und dabei bin ich wirklich kritisch und glaube sonst nur an "richtige" Heilmittel, aber guter Manuka Honig wirkt Wunder finde ich

    traurig ist nicht ganz das richtige Wort.
    Ich bin im Urlaub an der Westküste Dänemarks und bei einer Fahrt heute kamen wir an einem Militärübungsgelände vorbei. Vor 5 jahren fand ich das noch total albern, ich musste an große Kinder denken, die Bock haben, zu spielen, sich mit Schlamm beschmieren um sich zu tarnen und die Spaß daran haben, mit Panzern durch den aufspritzenden Schlamm zu fahren, dabei Äste auf dem Helm zur Tarnung zu haben, ich fand es so lächerlich vor ein paar Jahren noch.

    Heute fand ich es bedrückend, beklemmend, es hat eine ganz andere Bedeutung bekommen für mich.

    und das, was ich jetzt fett markiert habe, ist egal. Es ist egal wie es gemeint war, mich fragt hier niemand, wo ich herkomme. Wenn meine Freundin damals sagte: aus Musterhausen, dann wurde gesagt: "ja, schon klar, aber wo kommst du ursprünglich her?"

    Und in meinen Augen ist es egal, wie nett das gemeint ist. Ich habe in den letzten Jahren durch unzählige Aussagen von Schwarzen Menschen (und/oder Menschen mit Migrationshintergrund) gehört, dass es verletzend ankommt und in die Kategorie Alltagsrassismus fällt, also kann ich es lassen.

    Kinder werten nicht, dass ist der Unterschied zu Erwachsenen.

    Darüber kann ich jetzt nur ganz herzhaft lachen.

    Da gibt's sogar eine Studie, dass Kinder im Grundschulalter am ehesten werten, oder?


    Und dass Pipi nicht nur Prinzessin wird, weil der Papa König ist, sondern weil sie ansonsten keine Bildung hat, das steht so im Buch, also das sind ihre Worte, bzw die von A.Lindgren. ich bin im Urlaub und kann euch das nicht raussuchen, aber das habe ich mir nicht ausgedacht.


    Und ich kann meine rassistischen Denkmuster nicht einfach lassen, ich arbeite daran, aber viele, viele sind mir gar nicht bewusst. Oder sie werden mir erst bewusst, wenn ich mit der Nase drauf stoße.

    Äh, sobald es überhaupt was mit diesen Geschichten anfangen kann?

    ok, da traue ich Kindern deutlich weniger zu, vielleicht kenne ich weniger kluge.
    Stilmittel wie Ironie und Übertreibung, an denen Eltern, die vorlesen Freude haben, aber die selbst lesende Kinder sicherlich nicht immer erkennen. Ich habe zumindest als Kind nicht geschnallt, dass Hr. Ärmel das N-Wort nur in den Mund gelegt wurde um zu demonstrieren, dass er ein Blödmann war. Und ich habe keine Sekunde geglaubt, dass Pippi ihr Pferd stemmen konnte, aber ich habe nicht in Frage gestellt, wieso sie eine "Negerprinzessin" werden wollte, da ihr ja die nötige Schulbildung für etwas anderes fehlt.

    ihr seid schon viel weiter,


    aber wenn ihr das mal nicht aus der Sicht eurer Kinder seht, sondern versucht es aus der Sicht eines Schwarzen Kindes zu sehen?

    Jim Knopf, (endlich ein Protagonist mit dunkler Haut) der sich nicht wäscht, weil man den Schmutz eh nicht sieht auf der schwarzen Haut, Pippi Langstrumpf, die sagt, dass alle Kongolesen den ganzen Tag lügen usw? Ab wann kann Kind das denn differenzieren?

    Purzelbaumraum

    das war wirklich nicht deutlich geschrieben. Also meine Freundin war Deutsche, sie ist hier geboren, hier aufgewachsen, dennoch sah sie ein bisschen "fremd" aus, für damalige Verhältnisse. Sie war viel sensibler für bestimmte Sachen. Du fragtest, ob uns als Kinder Jim Knopf etwas ausgemacht hat, mir nicht, ihr schon. Was für mich als Kind kein bisschen seltsam war, die Darstellung des Jim Knopf, die fand meine Freundin immer schon "blöd". Diese blöde Frage nach dem: "wo kommst du her?" fand ich damals nie schlimm, aber mir hat sie nie jemand gestellt mit dem Hintergrund, "du siehst anders aus, was ist deine eigentliche Herkunft", meine Freundin fand diese Frage immer schon blöd, sie implizierte eben immer, dass sie nicht ganz dazu gehörte.

    Was ich mit dem Geschreibsel sagen will, ich kann mir gut vorstellen, dass wenn ein Schwarzes Kind die Original-Version von Jim Knopf liest, sich die Bilder anschaut etc, dann glaube ich, kann das verletzen. Denn ich glaube nicht, dass sie die Ironie darin schon verstehen.

    Ich kann mich nicht an einen Moment in meiner Kindheit erinnern , an dem ein abwertendes Gefühl für Personen entstanden sind , die eine andere Hautfarbe hatten , weder durch Bilder noch durch das Geschriebene, mich haben diese Geschichten fasziniert , ich bin gar nicht auf die Idee gekommen , solche Dinge zu werten und es hat mich auch nicht negativ beeinflusst, deshalb frage ich mich , ob das nicht einfach Befürchtungen sind , die nur bei Erwachsenen auftauchen, nachdem sie sich bewusst mit diesen Themen beschäftigen . Wie habt ihr solche Bücher und Bilder als Kinder aufgenommen, das würde mich interessieren.

    ich auch nicht, aber ich bin auch weiß.
    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es bei schwarzen Kindern heute anders ankommt, sie verletzt werden dadurch und das einmal mehr in den Bereich des Alltagsrassismus fällt. Meine beste Freundin aus Kindheit und Jugend hatte einen Vater, der aus Ägypten kam, ihre Hautfarbe war etwas dunkler und sie hatte schwarzes Haar. Sie ist ständig gefragt worden, ob sie eine "Ausländerin" sei und hat es gehasst,

    Danke mnef, ich wollte mich gerade verbessern, aber du warst schneller, auch beim Verbessern deines Beitrages

    Und oft genug eben nicht in Büchern, sondern im Alltag.

    ich glaube, zum Beispiel das "N-Wort" kann einfach weg. Wenn es keiner mehr nutzt, weil es verpönt ist, weil Einsicht darüber herrscht usw, dann verschwindet es aus dem Sprachgebrauch ebenso wie das Wort "Backfisch" für ein junges Mädchen (das ist nur ein Beispiel was mir spontan einfällt) , da werden einige Ältere wissen, was es bedeutete, aber es hat eben keine Bedeutung mehr.


    Und als ich jung war, da waren schwarze Kinder in den Schulen und Kindergärten noch eine große Ausnahme, heute ist das eben anders und ja, ich bin der Meinung, da dürfen, sollten verlage durchaus drauf reagieren.


    Zur "Woke-Diskussion", ich kenne das Wort erst seit der "Black-Lives-Matter-Bewegung", für mich stand das immer für "wachsam sein" gegen politische Ungerechtigkeiten, gegen Rassismus, Sexismus usw.

    Wie das nun jeder so komplett anders auslegen kann, oder wann aus etwas Gutem ein "Feindbegriff" geworden ist, ähnlich wie der Gutmensch usw, da sträuben sich mir die Haare. Und gehört eigentlich eher in den Populismus-Faden

    Es ist ein absolutes nogo wenn eine Säuberungswelle durch die Kinderbuchklassiker zieht

    Populismus as its best :nerd_face:


    Die Verlegerin hat sich für die Neuauflage in Absprache mit den Erben entschieden, dass N-Wort wegzulassen und das Cover etwas zu verändern. ich finde es gut, ich kann damit gut leben, und wenn ich unbedingt das Original brauche, dann kann ich, wie Elleth es bereits schrieb, weiterhin bekommen. Andererseits können so die vielen Kinder unterschiedlicher Herkunft und Hautfarbe das Buch lesen, ohne mit der Nase auf Stereotypen gestoßen zu werden und sich mit dem N-Wort konrontiert zu sehen.


    Spricht man auch von einer Säuberungswelle, wenn plötzlich in den Übersetzungen der Bücher von George RR Martin von John Schnee die Rede ist und ich Königsmund lesen muss anstatt Kings Landing?


    Den Vergleich mit Mark Twain finde ich schwierig, kann man in dem einen Buch gut auf das "N-Wort" verzichten (es kann ganz einfach weg) so würde man bei Mark Twain die Geschichte und den Zusammenhang fälschen.