Eventuelle Hochbegabung beim 5-jährigen

  • Hallo,


    gestern waren wir mit unserem 5-jährigen Sohn zur U9 und haben dort die Diagnose „eventuelle Hochbegabung“ bekommen.

    Grund dafür ist, dass er Plus- und Minus-Aufgaben bis 100 (und darüber hinaus) sicher im Kopf lösen kann. Ein Beispiel, welches er heute gerechnet hat ist 31+28+30+25. Wir haben das nie mit ihm geübt und er kann uns auf Nachfrage auch nicht sagen, wie er das macht.

    Sein Bruder ist in der zweiten Klasse und unser 5-jähriger hat ihm jetzt seine Klassenarbeit in Mathe berichtigt. In der Kita ist seine Affinität für Zahlen bereits auch aufgefallen.

    Eingeschult wird er regulär erst im Sommer 2023. Die Ärztin meinte, er könnte eventuell gleich die erste Klasse überspringen.

    Wir wissen gar nicht so richtig, wie wir damit umgehen sollen. Hat jemand Erfahrung mit so etwas? Über Austausch würde ich mich sehr freuen.


    Viele Grüße

  • Bei meiner Tochter stand es zur Kindergartenzeit im Raum, dass sie hochbegabt sein könnte, daher hatte ich mich etwas damit befasst. Zunächst ist es so, dass es wenig Sinn ergibt, das bei so jungen Kindern zu messen, da alle Tests immer nur Momentaufnahmen wiedergeben. Es kann also sein, dass ein Kind mit 5 weit überdurchschnittlich abschneidet, weil es einfach sehr früh dran war, und 2 Jahre später ist es "nur noch" guter Durchschnitt, weil die anderen "aufgeholt" haben.

    Eine dauerhaft aussagekräftige Messung ist wohl erst ab ca. 8 Jahren überhaupt möglich, alles davor kann sich immer wieder noch relativieren.


    Und dann ist ja immer die Frage, was die Konsequenz wäre, wenn eine Hochbegbung festgestellt würde. Klassen überspringen halte ich persönlich für keine so gute Sache, denn die Kinder bestehen ja nicht nur aus Kopf und Verstand. Emotional oder im Sozialverhalten sind sie wahrscheinlich altersentsprechend entwickelt und nicht jedes Kind kommt mit der Sonderrolle klar, die man als Klassen-Überspringer automatisch hat. Die sind fortan immer die jüngsten, werden ständig beäugt oder ausgefragt... das halte ich für belastend für ein Kind.


    Bei mir stand in Klasse 1 im Raum, ob man mich in Klasse 2 umgesetzt hätte, und ich bin heilfroh, dass meine Eltern nicht zugestimmt haben. Kognitiv hätte ich das sicher gepackt, aber emotional nicht, da bin ich fest von überzeugt.

    So hatte ich eine entspannte Schullaufbahn, musste mich nie besonders anstrengen und habe mit quasi null lernen ein ordentliches Abi von 1,x gemacht, und hatte aber Zeit, ganz normal gross zu werden, wurde nicht auf ein schlaues Köpfchen reduziert.

    Und genau so halte ich es mit meiner Tochter. Sie hätte ebenfalls eine Klasse überspringen oder weitergesetzt werden können, ich habe mich dagegen ausgesprochen und gönne ihr, dass sie dieses Jahr ohne grosse Anstrengungen aufs Gymnasium wechseln und dort bestimmt gut zurecht kommen und hoffentlich eine so entspannte Schulzeit haben wird wie ich.

    Was ich bei meiner Tochter wohl gemacht hätte, wäre, sie als "Kann-Kind" mit 5 einzuschulen, wenn sie im letzten Teil des Jahres geboren wäre (Kinder, die im selben Jahr noch 6 werden, können ja mit 5 eingeschult werden). Die Frage stellte sich aber bei ihr nicht, da sie im Februar Geburtstag hat.

    If you want to know what a man's like, take a good look at how he treats his inferiors, not his equals

  • Als ich gut 4 Jahre alt war, hieß es seitens eines Psychologen, ich sei hochbegabt. Ich zeichnete schon seit über einem Jahr perspektivisch und konnte lesen und schreiben, ohne dass mir das irgendwer beigebracht hätte.


    Dann kam die Schule. Ich langweilte mich entsetzlich, war aber in meiner Persönlichkeitsentwicklung deutlich hinterher. Zudem war ich stinkfaul. Meine Leistungen in der Grundschule waren einigermaßen gut, aber bei weitem nicht überdurchschnittlich. In der 4. Klasse erfolgten in unserer Klasse aus bestimmten Gründen (Heimkinder und Akademikerkinder gemischt) mehrere Intelligenztests. Bei mir ergaben sich dabei IQ-Werte zwischen 138 und 140, obwohl ich in Sachen Zahlen unterdurchschnittlich abgeschnitten hatte. Dafür waren aber die anderen abgefragten Fähigkeiten bei weitem überdurchschnittlich.


    Viel, viel später stellte sich heraus, dass ich das Asperger-Syndrom habe. Ich habe zwar eine ausgeprägte Dyskalkulie, ansonsten bin ich aber tatsächlich hochbegabt.


    In der Schule litt ich fürchterlich, da ich bis zur Oberstufe nie wirklich dazugehörte und mich auch der permanente Geräuschpegel im Klassenraum echt fertig machte. Meine Leistungen waren im Gymnasium stets mittelmäßig - außer in den Fächern, die mich interessierten. Da war ich die Überfliegerin. Ich meisterte mein Abi, studierte und schloss das Studium mit einer sehr guten Bewertung ab.


    Meine Eltern hatten damals keine Ahnung, wie sie mit mir umgehen sollten. Die Lehrer wussten es leider auch nicht. Möglicherweise hätte ich weniger Probleme gehabt, hätte man um den Autismus gewusst und mich entsprechend gefördert. Damals (60er Jahre) war eigentlich nur der frühkindliche Autismus mit schweren Beeinträchtigungen bekannt. Davon war ich ganz klar nicht betroffen.


    Was ich damit sagen will: Hochbegabung heißt nicht automatisch, dass die Schule mit übersprungenen Klassen problemlos und im Rekordtempo absolviert werden kann. Sie heißt auch nicht, dass die Persönlichkeitsentwicklung mit der intellektuellen Entwicklung übereinstimmt. Hätte ich eine Klasse übersprungen, wäre das für mich eine Katastrophe gewesen - nicht wegen des Lernstoffs, sondern wegen meiner nachhinkenden Persönlichkeitsentwicklung. Bei mir glich sich dieses Ungleichgewicht eigentlich erst mit ca. 16 Jahren aus.

    Bejahe den Tag, wie er dir geschenkt wird, statt dich am Unwiederbringlichen zu stoßen. (A. de Saint-Exupéry)

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  • Es gibt auch Kinder die sich auf Grund ihrer Hochbegabung in der Schule zu Tode langweilen, im Unterricht geistig abwesend sind und dann bei Tests schlecht abschneiden,weil sie vom Unterrichtsstoff nichts mitbekommen und am Ende zur Förderschule geschickt werden.

    Ich würde euch raten, da ein Auge drauf zu haben und euch mit den Lehrern auszutauschen, damit euer Kind gegebenenfalls entsprechend gefördert wird.

    Emma Piel🤱 saß am Nil 🏞️, aß Eis am Stiel 🍭, da kam das Krokodil 🐊, fraß Emma Piel🤱.

  • Vor allem find ich es schwierig, aufgrund einer mathematischen Hochbegabung eine Klasse höher einzuschulen. Und überhaupt eigentlich richtig idiotisch - dann ist er der erste in der Klasse, der gerade mit der Schule anfängt.

    Ich würde das entspannt beobachten, alles ganz normal machen, und wenn er später dann Bock auf Projekte, Begabtenförderung etc. hat, unterstützen. In allererster Linie ist er einfach ein Kind, das vermutlich in der Schule keine Probleme mit Mathe haben wird, das ist doch super.

  • Um dir einen wirklich guten Rat zu geben, sind die Informationen nicht ausreichend. In Mathe ist er weit voraus. Aber wie sind die anderen Bereiche? Sprachlich? Sozialverhalten? Motorik?

    Ist er auch da weiter? Versucht er schon zu schreiben und zu lesen?

    Wie alt ist er genau?

    In der ersten Klasse findet weit mehr statt, als Buchstaben und Zahlen lernen. Sie lernen die Schule kennen, bilden eine Klasse.... Ich finde es ungünstig, gerade den Start zu verpassen.

    Sollte er umfassend weiter sein und im August 2022 vielleicht 5 Jahre und 10 Monate alt sein, wäre eine etwas frühere Einschulung immer noch besser, als eine Einschulung in eine bestehende zweite Klasse.

    Stell dir all diese Fragen und beobachte dein Kind.

    Bewahre die Ruhe, du musst nichts in Kürze entscheiden.

    Wer kämpft, der kann verlieren. Wer nicht kämpft, der hat schon verloren.

  • Wenn er im August 5 Jahre und 10 Monate ist, wird er sowieso automatisch in dem Jahr eingeschult. Stichtag ist 30.09. Wer bis dahin 6 wird, geht zur Schule. Wer zwischen 01.10 und 31.12. seinen 6. Geburtstag hat, kann zur Schule, muss aber nicht. Das sind die "Kann-Kinder" von denen ich weiter oben sprach.

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  • Wenn er im August 5 Jahre und 10 Monate ist, wird er sowieso automatisch in dem Jahr eingeschult. Stichtag ist 30.09. Wer bis dahin 6 wird, geht zur Schule. Wer zwischen 01.10 und 31.12. seinen 6. Geburtstag hat, kann zur Schule, muss aber nicht. Das sind die "Kann-Kinder" von denen ich weiter oben sprach.

    Das stimmt aber nicht für jedes Bundesland. Es gibt auch welche, da sind die Juli-Kinder "Kann"-Kinder.

  • Hallo,


    danke erstmal für eure Antworten!


    Da gerade die Zeit knapp ist, die Einschulung erfolgt für unseren Sohn regulär erst im August 2023. Hier in Sachsen ist der Stichtag der 30.06. Die Kann-Möglichkeit besteht für Kinder, die bis 30.09. sechs werden. Somit fällt unser Sohn da erstmal raus, da er erst im Dezember sechs wird.

  • Mein Sohn ist im Sommer eingeschult worden. Ich fände es auch wichtig, dass dein Sohn zumindest die 1. Klasse normal macht. Damit er auch mal die anderen Strukturen etc. kennenlernt. Die Kinder brauchen ihre Zeit, bis sie da ankommen, der Unterschied zum Kindergarten ist(trotz Vorschule) doch sehr groß.

    Ich würde es an deiner Stelle auf jeden Fall mit der Lehrerin absprechen, ob er dann evtl schon Zusatzaufgaben in Mathematik machen kann o.ä. Aber ihr müsst ja auch schauen, wie weit er in den anderen Bereichen ist.

  • Vor allem find ich es schwierig, aufgrund einer mathematischen Hochbegabung eine Klasse höher einzuschulen. Und überhaupt eigentlich richtig idiotisch - dann ist er der erste in der Klasse, der gerade mit der Schule anfängt.

    Ich würde das entspannt beobachten, alles ganz normal machen, und wenn er später dann Bock auf Projekte, Begabtenförderung etc. hat, unterstützen. In allererster Linie ist er einfach ein Kind, das vermutlich in der Schule keine Probleme mit Mathe haben wird, das ist doch super.

    Das sehe ich ganz genau so.


    Unser Sohn ist jetzt in der zweiten und ich fände es furchtbar, wenn er die erste Klasse hätte überspringen müssen. Er wurde auch zur Vorschulzeit ein paar Mal getestet, weil er sprachlich schon immer sehr weit war. Es kam heraus, dass er tatsächlich in ein paar Bereichen sehr weit voraus war, in anderen Bereichen aber ganz normal. Inzwischen hat es sich tatsächlich wieder angeglichen. Die erste Klasse ist so wichtig, um die Schule und die Klassenkameraden kennenzulernen - und es gibt ja nicht nur Mathe. Die Kinder lernen sooo viel und die zweite Klasse baut doch auf den Erfahrungen aus der ersten Klasse auf. Die Kinder fangen mit der Schreibschrift an - dafür muss die Druckschrift sitzen. Was soll der Bub denn machen, wenn er nur in Mathe hochbegabt ist und in den anderen Fächern dann hinterherhängt? Sachkunde, Musik, Deutsch, Bildende Kunst - alles baut aufeinander auf. Und hochbegabte Kinder haben oft Defizite im sozialen Bereich. Gerade die ersten Klassen prägen aber doch den Klassenzusammenhalt.


    Wenn er in Mathe hochbegabt ist, würde ich schauen, dass er lernt, die Zahlen richtig und sauber zu schreiben und abklopfen, welche Bereiche der Mathematik betroffen sind und wo man da ansetzen muss, damit er auch die Regeln lernt.

  • Wenn er im August 5 Jahre und 10 Monate ist, wird er sowieso automatisch in dem Jahr eingeschult. Stichtag ist 30.09. Wer bis dahin 6 wird, geht zur Schule. Wer zwischen 01.10 und 31.12. seinen 6. Geburtstag hat, kann zur Schule, muss aber nicht. Das sind die "Kann-Kinder" von denen ich weiter oben sprach.

    Das stimmt aber nicht für jedes Bundesland. Es gibt auch welche, da sind die Juli-Kinder "Kann"-Kinder.

    Ach Entschuldigung, das hatte ich verwechselt. Danke!

    Die TE schreibt ja inzwischen selbst, ihr Sohn sei kein Kann-Kind. Hier in NRW wäre er eins

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  • Mein Sohn wurde mit 5 eingeschult, er konnte da schon lesen und im Hunderterbereich rechnen, die Uhr lesen, Schachspielen. Ich wurde irgendwann zur Lehrerin bestellt, weil mein Sohn sie gefragt hatte, wann es denn endlich mit lernen losgehen würde und das ausmalen aufhört und ob sie eigentlich überhaupt wissen wieviele Nullen eine Quadrillion hat. Von da an hab ich ihm ein Schulheft mitgegeben, in dem ich ihn mit zusätzlichen Rechenaufgaben versorgte. Unseren pc hat er quasi in Beschlag genommen für seine ersten Programmierversuche und Tabellenkalkulationen. Auf dem Gymnasium wurde es nicht besser, aber einfacher, weil da eben mehr Raum war für die Dinge, die ihn interessiert haben. Klassen überspringen wollte er nie und wir haben das so akzeptiert. Die Lehrer haben uns immer wieder empfohlen ihn testen zu lassen, haben wir gemacht und das Ergebnis dann abgeheftet. Ich wollten einfach, dass mein Sohn im Rahmen seiner Möglichkeiten unbeschwert und so normal wie möglich aufwächst.


    Ihr solltet viel Input liefern, viel Lesestoff anbieten zum Thema seiner Begabungen, aber auch die anderen Bereich unbedingt fördern. Und einfach immer da sein, wenn Probleme von außen auftauchen, die bleiben leider nicht aus.


    Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.

  • Hallo, hier wohnt auch so ein Zahlengenie. Wir haben sie aber ganz normal mit 6 Jahren eingeschult, uns war die soziale Entwicklung wichtiger und damals (im Kiga) war sie sprachlich Durchschnitt. In der Grundschule stellte sich dann raus, dass sie auch in Deutsch überdurchschnittlich ist und ihr Lernen generell leicht fällt, sie hätte die 3. Klasse überspringen können. Sie wollte aber bei ihren Freundinnen bleiben (sie tut sich schwer, von sich aus Freunde zu finden). Nach der 4. wechselte sie aufs Gymnasium und die zuständige Beratungslehrerin machte uns auf sie Förderklasse für besonders leistungsstarke und (hoch)begabte Kinder aufmerksam. Nach "bestandenem" Aufnahmetest und Probeunterricht wollte sie auch in diese Klasse.

    Und wir würden jederzeit wieder diesen Weg gehen.


    Hätte sie sich in der Grundschule gelangweilt und wäre in irgendeiner Art auffällig geworden, hätte man immer noch über das Überspringen nachdenken können, war zum Glück nicht der Fall. So konnte sie sich sozial weiter entwickeln und das war uns wichtiger als ein Jahr zu überspringen. Wie hier schon jemand schrieb: diese Kinder wären immer die jüngsten, würden von den andern schnell als Sonderling, Streber oder was weiß ich beäugt. Meine Tochter wäre von ihren Freundinnen getrennt worden, hätte ihr vermutlich nicht gut getan.

  • Kinder bestehen nicht nur aus kognitiven Fähigkeiten.

    Bei "Diagnose" Hochbegabung sollte man wie bei allen anderen Diagnosen auch dann handeln, wenn sich ein Leidensdruck aufbaut.

    Die meisten HBs sind vollkommen unauffällig.

    Die erste Klasse würde ich mitnehmen, aber evtl. nicht erst mit knapp 7 einschulen.

    Mein eigener Sohn hatte vor der Grundschule scho nFutter in Form von HB-Kursen etc., ist aber dann regulär eingeschult worden, da er bei seinen Freunden bleiben wollte.

    Allerdings wurde er in der 1. dann so auffällig, dass er seinen Freunden dann auch komisch vorkam...

    er ist dann nach der 1. in die 3. und dann hat es mit den sozialen Beziehungen auch wieder geklappt, da Kind ausgeglichen.

  • ann es denn endlich mit lernen losgehen würde und das ausmalen aufhört und ob sie eigentlich überhaupt wissen wieviele Nullen eine Quadrillion hat. Von da an hab ich ihm ein Schulheft mitgegeben, in dem ich ihn mit zusätzlichen Rechenaufgaben versorgte. Unseren pc hat er quasi in Beschlag genommen für seine ersten Programmierversuche und Tabellenkalkulationen. Auf dem Gymnasium wurde es nicht besser, aber einfacher, weil da eben mehr Raum war für die Dinge, die ihn interessiert haben. Klassen überspringen wollte er nie und wir haben das so akze

    tatsächlich ist der Sinn der Schule für viele HBs einfach, auch mal Langeweile auszuhalten.

    wir haben im Laufe der Zeit aufgehört, die Schule für die kognitive Entwicklung der Kinder hauptverantwortlich zu sehen.

    Meine kids sind auch in das Gym, nicht, weil "Gym", sondern eben auch, weil am meisten Raum für Entfaltung.

    Gibt glaube ich keine Schulart, auf der so viele verschiedene Gruppen ihre Nische finden können - auch HBs oder Nerds.


  • Hätte sie sich in der Grundschule gelangweilt und wäre in irgendeiner Art auffällig geworden, hätte man immer noch über das Überspringen nachdenken können, war zum Glück nicht der Fall. So konnte sie sich sozial weiter entwickeln und das war uns wichtiger als ein Jahr zu überspringen.

    Das finde ich auch noch einen wichtigen Punkt: wie geht das Kind mit der regelmässigen Unterforderung um? Meine Tochter sitzt das geduldig aus, freut sich, dass es ihr leicht fällt und hilft ihren Klassenkameraden (mit Zustimmung der Lehrer) oder sagt ihrem Lehrer "Herr G, wir müssen Plätze tauschen" (er nimmts mit Humor).


    In meiner Stufe am Gymnasium war ein Mädchen, das alle immer für furchtbar renitent und "schwer erziehbar" gehalten haben, bis rauskam, dass sie hochbegabt und permanent unterfordert ist, dadurch wütend auf Mitschüler und Lehrer wurde und das war es, was man auf der Verhaltensebene von ihr dann sah. Sie wechselte später auf eine Art "Spezialschule" für Begabte und kam dort dann deutlich besser zurecht und wurde umgänglicher.

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  • Unser 5- jähriger ist der jüngste von vier Brüdern.

    Bereits beim Großen scheint eine Tendenz zur Hochbegabung vorzuliegen, obwohl er in dem Alter noch nicht ganz so weit war. Er besucht derzeit die sechste Klasse eines Gymnasium für besonders begabte Kinder mit mathematisch/naturwissenschaftlichen Bereich. Unser Großer wurde mit fast sieben Jahren regulär eingeschult und hat sich vier Jahre lang durch die Grundschule gelangweilt, auch mit den dementsprechenden Disziplinschwierigkeiten. Jetzt auf dem Gymnasium ist es etwas besser, aber Lernen zu Hause fällt ihm sehr schwer, da er das in der Grundschule nie brauchte und Corona im vergangenen Schuljahr hat es nicht besser gemacht. Er schwimmt derzeit in der oberen Hälfte seiner Klasse mit ohne viel dafür zu tun zu müssen, bleibt aber trotzdem weit hinter seinen intellektuellen Möglichkeiten.

    Die Lehrer auf dem Gymnasium sind der Meinung, dass er zu lange in der Grundschule war und gut eine Klasse hätte überspringen können, auch um mehr gefordert zu werden.

  • . Die Kinder fangen mit der Schreibschrift an - dafür muss die Druckschrift sitzen.

    nicht unbedingt.

    mein Kleiner hat die Druckschrift in der 1. angefangen, hat in den Ferien dann ein Arbeitsbuch Schreibschrift durchgearbeitet und dann in der 3. die Druckschrift so Stück für Stück vergessen ...

    die kam erst wieder durch die Tastatur.

    HBs denken anders, man muss ihnen nur zeigen, was es alles gibt- die ganze Übungszeit ist meist nicht nötig.

    Mein Sohn hat damals innerhalb eines (!)nachmittags alle (für die Grundschule relevanten grammatischen Begriffe gelernt, indem wir sie als Hüpfspiel aus Kreide im Hof gelernt haben. Ihm muss man immer nur zeigen, dass es das gibt und wie er das, was er ihm Kopf hat, benennen soll, die Anwendung kommt dann von selbst.





    ich kenne das auch von mir selbst,

    das mit dem abweichenden Verhalten...


    ich habe nach dem Fachabitur eine Ausbildung gemacht und bin den allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch, Englisch, Sozialkunde....

    total aufsässig geworden und war echt total durchgeknallt...

    habe mich auch zum Schulschwänzer entwickelt, einfach, weil ich total unterfordert war und das nicht einmal mit 19 aushalten konnte.

    Auch hat es sozial ständig geknallt, weil eigentlich keiner da war, der mich verstanden hat, den ich verstanden habe oder mit dem ich mich "normal" (für mich) unterhalten konnte.

  • Es kommt immer auf das Kind an. Unser Sohn ist von der 5 in die 6 Klasse gesprungen. Da war keine leichte Entscheidung schon gar nicht unter Corona. Eigeschult wurde er mit gerade 6 Jahren. Wegen Auffälligkeiten haben wir ihn da mit ca. 7 Jahren testen lassen. Springen wäre zudem Zeitpunkt keine Option gewesen, auch wegen der emotionalen Entwicklung. Problematisch wurde es erst in der 5 Klasse. Er hat sich so gelangweilt das er sich im Unterricht Geschichten ausgedacht hat und damit die Hefte vollgemalt hat. In der 6 wurde es besser, mehr Leistungserwartung mehr Anforderungen.

    Den Altersunterschied merkt man schon da die Differenz innerhalb der Klasse sehr groß ist. Aber die Klasse ist sehr sozial und er fühlt sich dort wohl.

    Ob das am Ende die richtige Entscheidung war werden wir sehen.

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