Ein einziges Kind?

  • Hallo!


    Ich bin mir noch nicht sicher, ob der Faden hier oder im Unterforum Psychologie besser aufgehoben ist. Mal sehen, wie er sich entwickelt. Der Titel sagt es ja schon. Gibt es hier Menschen, die ganz genau exakt ein Kind haben, und bei denen es auch so bleiben wird? Verratet Ihr mir Eure Gedanken und Gefühle dazu? Warum habt Ihr nur ein Kind? Wie geht es Euch damit? Wie geht es dem Kind damit?


    Liebe Grüße in die Runde!


    Martienchen

  • Dürfen auch Leute die selber Einzelkinder sind was dazu schreiben? Oder interessiert Dich nur die Sichtweise der Eltern von Einzelkindern? (Was nicht schlimm, aber wichtig zu wissen ist, weil dann kann ich nicht viel beitragen)


    PS: Es gibt schon so eine Diskussion, ich erinnere mich daran.... (Weiß nicht mehr genau wie die hieß)....

    -tachykard-

  • Wir haben ein Einzelkind und das wird auch so bleiben.

    Tatsächlich hatte ich von Kindheit an nie den Wunsch nach mehreren Kindern, das hat sich nicht geändert.


    Da ich spätgebährend bin, schloss sich ein zweites Kind dann sowieso aus. Ich musste nicht mehr entscheiden.


    Aus Elternsicht bin ich damit froh und zufrieden, es bestand nie ein weiterer Kinderwunsch.

    Wenn ich die Perspektive meines Sohnes einnehme, dann wäre ein Geschwisterkind für ihn möglicherweise ein Gewinn gewesen, gerade in Corona Zeiten, wo die Familie sich einigeln.

    Sofern man sich mit seinem Geschwister einigermaßen versteht, ist man eben nicht allein.

    Wenn man erwachsen ist, kann es hilfreich sein, wenn man die Last der Eltern mit einem Geschwister teilen kann.


    Das alles kann man aber nicht wissen und daher ist das Nachdenken darüber müßig.

    Der Sohn hat selbst nie den Wunsch nach einem Geschwisterkind geäußert.

    Wer kämpft, der kann verlieren. Wer nicht kämpft, der hat schon verloren.

  • PS: Es gibt schon so eine Diskussion, ich erinnere mich daran.... (Weiß nicht mehr genau wie die hieß)....

    Was war denn da der Schwerpunkt, also worum ging es dem TE?

    Ich vermute, dieser Thread ist gemeint? Zimtfee

  • Ich habe nur ein Kind und das ganz bewusst. Ich wollte ewig lange gar keine Kinder und habe das irgendwann revidiert zu „Wenn der richtige Mann kommt, wäre vielleicht eins ok“. Der richtige Mann kam und wir haben dann dieses eine Kind bekommen. Der Wunsch nach einem weiteren ist tatsächlich nie aufgekommen.


    Mein Mann hat allerdings schon drei ältere Kinder, die in unserem Alltag jedoch kaum eine Rolle gespielt haben. Aber auch wenn sie für uns beide das einzige Kind gewesen wäre, hätte mir das eine gereicht.

  • Ich bin Einzelkind und habe auch ein Einzelkind, also von mir der volle Erfahrungsschatz :winking_face:

    Ich habe nie darunter gelitten, immer viele Freunde gehabt. Allerdings haben sich meine Eltern getrennt als ich 5 Jahre alt war. Von daher wahrscheinlich auch besser, dann hatte ich die ungeteilte Aufmerksamkeit meiner Mutter. Ich war schon immer sehr selbstständig, sozial und offen, erfülle

    also keine Einzelkind- Klischees :grinning_squinting_face:

    Mein Sohn ist ungeplant Einzelkind, es hat auf Grund mehrerer Ereignisse kein zweites gegeben. Er wollte nie Geschwister, deshalb ging es ihm nicht schlecht damit. Auch er kann problemlos teilen, ist offen und hat Freunde.

    Nun sind sein Vater und ich schon zwei Jahre getrennt und haben jeweils neue Partner mit Kindern. Er hat also noch 3 „Geschwister „ im Nachhinein bekommen und es klappt hervorragend.

    Einzelkind muss also definitiv kein Nachteil sein.

  • Ich hatte dazu vor einiger Zeit auch mal einen Faden eröffnet :slightly_smiling_face:



    Vielleicht ist das ja hilfreich.

  • Ich bin ein Einzelkind, habe mir aber immer Geschwister gewünscht. Mein Sohn ist 39 Jahre, ebenfalls ein Einzelkind. Ich hätte gerne noch ein zweites Kind gehabt, nach zwei Fehlgeburten hat's nicht mehr geklappt. Enkelkinder habe ich bis jetzt keine. Was nicht ist, kann noch werden, aber ich glaube nicht mehr daran.

  • Ich habe mich im anderen Faden schon geäußert, bin selber Einzelkind und aus einer eher kleinen Familie. Ich wollte immer Geschwister. Ich hätte heute gerne noch welche. Einzelkind sein hat Vor- und auch Nachteile, so wie alles im Leben. Für mich persönlich überwiegen die Nachteile, aber das ist -wie ich finde- sehr individuell und auch sowieso nicht vorhersagbar (ob Geschwister toll sind oder eher eine Last), es ist so eine extrem multifaktorielle Kiste.

    Mein Leben war beispielsweise immer sehr auf Leistungen ausgelegt und im Nachhinein hätte ich es vermutlich einfacher gehabt, wären da noch 1 bis 2 weitere Kinder da gewesen. Aber kann auch sein, dass ich mir das nur denke und es nie so gewesen wäre - wie auch immer. Ich werd es nicht mehr herausfinden :upside_down_face::smiling_face_with_halo::squinting_face_with_tongue:


    Mittlerweile habe ich selber 2 Töchter und ein drittes Kind wird irgendwann auch noch hinzukommen. Bis Mitte 20 waren Kinder für mich generell überhaupt kein Thema und vollkommen uninteressant. Mit dem richtigen Mann (der in mein Leben trat als ich ca. 26 war) wars dann so, dass er sowieso immer schon 3 wollte und ich entweder keine oder mindestens 2, eher 3. Ja. Keine war dann keine Option mehr und *nur* eines auch nicht. Zwei ist mir zu sehr "Standard", 3 erscheint perfekt. :grinning_squinting_face::rolling_on_the_floor_laughing:

    (PS Wobei mir scheint so als wär 3 das neue 2....) In meinem Umkreis bekommen viele Familien gerade das dritte Kind... Scheint ein neuer *Trend* zu sein!?

    -tachykard-

  • Interessante Diskussion.


    Mein Mann ist Einzelkind, ich dagegen bin die Älteste von sechs Kindern. Unterhalten wir uns über unsere Familien, so gibt es doch extreme Unterschiede. Er war zu Hause stets der Prinz, ich war immer nur "die Große" und ansonsten halt eine von vielen. Das wirkt sich aus, sowohl in der Kindheit wie auch im späteren Leben. Als Kind litt mein Mann öfters unter Einsamkeit. So etwas kenne ich gar nicht. Bei uns war stets Trubel angesagt, zudem mussten wir älteren Geschwister uns schon frühzeitig um die jüngeren kümmern. Außerdem waren bei uns ständig Kinder aus der Nachbarschaft. 10 Kinder beim Mittagessen samt dem damit verbundenen Lärmpegel waren bei uns keine Seltenheit. Bei meinem Mann zu Hause wäre so etwas undenkbar gewesen.


    Man darf auch nicht unterschätzen, dass man mit Geschwistern sehr viel Sozialleben lernt, sei es Rücksichtnahme, Zusammenarbeit oder gegenseitige Hilfe, und zwar ganz automatisch, weil das Zusammenleben ansonsten nicht funktioniert. Einzelkinder lernen so etwas über die Eltern und Kindergarten bzw. Schule - oder auch nicht.


    Ich persönlich bin froh, dass ich mit Geschwistern aufwuchs. Da unsere Eltern inzwischen nicht mehr leben, sind sie nun einzigen engen Familienmitglieder. Zu den meisten habe ich inzwischen kaum mehr Kontakt, da auch sehr weit zerstreut. Den seit jeher innigen Kontakt zu meiner 14 Monate jüngeren Schwester möchte ich aber keinesfalls missen.


    Mein Mann hat noch seine demente Mutter (85 Jahre alt) und sonst keinerlei Verwandtschaft.

    Bejahe den Tag, wie er dir geschenkt wird, statt dich am Unwiederbringlichen zu stoßen. (A. de Saint-Exupéry)

    Mein Avatar zeigt Kunststofffolie unter dem Mikroskop im polarisierten Licht.

  • Ich habe zwei Geschwister und fand es toll mit Ihnen aufzuwachsen. Klar gab es auch hin und wieder Streit, aber insgesamt war es schön alles gemeinsam zu erleben.

    Ich habe auch heute noch ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Geschwistern und sehe sie regelmäßig. Für mich persönlich überwiegen eindeutig die Vorteile.


    Mein kleiner Cousin ist Einzelkind und man merkt schon, dass ihm Geschwister teilweise fehlen.


    Aber ja, das ist wie mit allem im Leben, alles hat Vor- und Nachteile und man kann nie wissen, wie es tatsächlich gewesen wäre.


    Sollte ich mal Kinder haben, hätte ich schon gerne auch zwei :winking_face:

  • Ich wundere mich immer, warum es heißt, Einzelkinder könnten nicht teilen und keine Rücksicht nehmen usw. Ich erlebe es andersrum. Ich habe einen Bruder, und teilen hat NIE funktioniert. Wir hatten beide immer das Gefühl, der jeweils andere hat mehr von der begehrten Sache, wie es nun ein Spielzeug oder ein Kuchenstück. Ich habe heute noch den Impuls, wenn man irgendwas teilen muss, das ich immer Angst habe, die kleinere Hälfte zu bekommen, und muss mir dann bewusst sagen, das das nicht schlimm ist, denn ich kann mir ja später mehr davon kaufen, wenn es nicht reichen sollte. Personen in meinem Freundeskreis, die als Einzelkinder aufgewachsen sind, hatten ja zu Hause die Sicherheit, nie teilen zu müssen und zuverlässig alles für sich zu haben, so dass sie aushäusig, also im Umgang mit anderen Kindern, später mit anderen Jugendlichen und Erwachsenen, viel großzügiger sein können.

  • Ich wollte immer 3 Kinder haben. Den Wunsch habe ich aber schnell verabschiedet.


    Kind dauerkrank, der Vater entwickelte sich zum Alkoholiker. Arbeitete nicht, ich mußte arbeiten. Wurde 2 x entlassen, weil ich wegen der Krankheit der Tochter zu Hause bleiben mußte. Der gnädige Herr fühlte sich nicht zuständig.


    Das ständig kranke Kind, die schlechte Ehe, immer in absoluter Geldnot, da fiel es mir sehr leicht, den Entschluss zu fassen, bloß kein Kind mehr.


    Das "Kind" ist inzwischen fast 50. Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder große Sorgen. Hatte sie letztes Jahr einen Tumor im Kopf, der sich aber als gutartig rausstellte, so muß sie sich nächste Woche erneut einer Operation unterziehen, wo man ihr bislang sagt, man weiß noch nicht, was das ist, das wird erst die Pathologie entscheiden.


    Meine beste Freundin hat 4 Kinder. Es schien lange aus meiner Sicht eine glückliche Familie zu sein. Weit gefehlt. Vor 15 Jahren krachte es. Mit der Ehe, mit den Kindern. Da spricht keiner mehr mit dem anderen. Das funktioniert nur noch mit Einzeltreffen, sonst ist totaler Krieg. 9 Enkel gibt es, aber eine große Familienrunde ist ausgeschlossen. Meine Freundin sagt öfter mal, sei froh, dass du nur ein Kind hast. Ich habe mit jedem Kind Probleme.

    Foto:

    Mangrovenstümpfe im Morgenlicht auf der Insel Cayo Levisa - Kuba

    "Meine tanzende Hunde"



    Wer nichts wagt, ist schon gescheitert.
    George Clooney

  • utter. Ich war schon immer sehr selbstständig, sozial und offen, erfülle

    also keine Einzelkind- Klischees :grinning_squinting_face:

    tatsächlich sind das nur Klischees, ganz richtig,

    mittlerweile sagt man aus der Forschung, dass Einzelkinder sozialer und geselliger sind, weil sie gleich vom Meister, also den Erwachsenen lernen..

    allerdings hängt das natürlich von den Eltern ab...

  • Aufgewachsen als Einzelkind, auf das die Eltern all ihre eigenen Träume und Wünsche zu projizieren versuchten, ständig unter Beobachtung und von Fürsorge und Kontrolle erdrückt, war für mich klar, ich möchte meine Aufmerksamkeit unbedingt teilen.

    Meine Jungs kamen im Abstand von 18 Monaten und sind quasi miteinander aufgewachsen. Und heute noch beste Freunde trotz Familien und jeweils eigenem sozialen Umfeld.

    Glück gehabt, manches richtig gemacht und rückblickend natürlich auch jede Menge Fehler gemacht.

    Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.

  • Ich bin mit einer vier Jahre jüngeren Schwester aufgewachsen und möchte sie um nichts in der Welt missen.

    Wir haben uns als Kinder auch mal gekabbelt, aber eher selten. Meist haben wir miteinander gespielt, wobei ich als Ältere meist die Bestimmerin war :grinning_squinting_face: , aber trotzdem haben wir immer zusammen gehalten und uns gut ergänzt.

    Interessanterweise sehen wir uns auch äußerlich sehr ähnlich, trotz des Altersunterschiedes, und werden bis heute ab und zu für Zwillinge gehalten, trotz unterschiedlicher Haarfarben. Auch als Kinder wurden wir manchmal verwechselt, zB von Klassenkameraden, obwohl es da ja noch einen deutlich sichtbaren Alters- und Größenunterschied gab :grinning_face:

    Wir stehen uns jedenfalls bis heute sehr nahe.


    Ich bekam irgendwann eine Tochter, und meinetwegen hätte sie Einzelkind bleiben können. Doch da sie damit aufwuchs, dass ich eine tolle Schwester habe, fing sie an zu drängeln und wollte auch so eine :nerd_face:


    Also habe ich mich nach ein paar Jahren breitschlagen lassen (mein Mann natürlich auch) und ich wurde nochmals schwanger. Hätte auch gern einen Sohn genommen, aber meine Erstgeborene hat ihren Willen bekommen- es wurde nochmals ein Mädchen und damit die innig gewünschte Schwester.

    Die beiden verstehen sich auch sehr gut, trotz des deutlich größeren Altersunterschiedes, und witzigerweise sehen sie sich ebenfalls sehr ähnlich. Auf Kinderfotos weiß ich oft spontan nicht, welches Kind abgebildet ist, kann das nur an Spielzeug und Kleidung erkennen.


    Meine Schwester hat nur ein Kind bekommen, war aber auch immer zufrieden damit, und unsere Kinder verstehen sich ebenfalls sehr gut untereinander. Mein Einzelkind-Neffe hat jedenfalls im sozialen Verhalten nie Unterschiede zu meinen Mädels gezeigt; im Gegenteil, er ist sehr fürsorglich und freigiebig.

    Trotzdem denke ich, dass Geschwister etwas sehr kostbares sein können. Mit Geschwistern verbringt man in der Regel rein rechnerisch die meiste Lebenszeit; mehr als mit den Eltern und den eigenen Kindern.

  • Meine Schwester ist auch vier Jahre jünger, aber das mit dem Verwechseln kommt mir bekannt vor 😅 vorallem in der Schule oder von Verwandten, die man nicht so oft gesehen hat.


    Ich persönlich finde ja, dass wir uns nicht so ähnlich sehen, aber die meisten sind da anderer Meinung. Aber in manchen Situationen reagieren wir total gleich und sagen das Gleiche, mein Schwager lacht sich da immer einen ab 😅


    Meine Schwester hat schon ein Kind (von dem ich Taufpatin bin 😇) und will in absehbarer Zeit auch noch ein zweites.

  • Ich war Einzelkind und hab als fast Erwachsene dann doch noch einen Bruder bekommen.


    Ich habe es als Kind wirklich gehasst, Einzelkind zu sein, da ich eher etwas schüchtern und introvertiert war und es mir schwer fiel im Urlaub Kontakt zu anderen Kindern zu suchen. Sogar im Alltag empfand ich es als Nachteil immer das einzige Kind zu sein. Ansonsten bediene ich nicht das Klischee vom verwöhnten Einzelkind. Ich kann teilen, bin recht bodenständig und war auch früh selbstständig.


    Trotzdem wollte ich immer mind. 2 Kinder und das mit einem kleinen Altersabstand. Meine beiden sind nun fast 3 und 1 Jahr alt und ich freue mich sehr darüber, dass sie den Alltag miteinander erleben können und sich gegenseitig haben. Mir geht richtig das Herz auf, wenn die beiden sich miteinander beschäftigen und Spaß haben.

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