Hilfe, die Aluhüte sind los!

  • Hallo allerseits,


    ich muss mich mal kurz auskotzen. Bevor ich das tue, aber etwas Positives:


    Immerhin hat mich dieser ganze Schwachsinn, den ich in den letzten Monaten mitbekommen habe, nun doch endlich dazu bewogen, mich politisch zu engagieren. Ich wollte da eigentlich schon lange mehr machen, als "nur" wählen zu gehen, aber bisher hielt ich es nicht für dringend nötig. Ist es wohl doch.


    Die Bundestagswahl ist diesmal ja so sehr wie wohl schon lange nicht mehr eine Richtungswahl. Und im Prinzip kann ich die meisten Wahlentscheidungen, die Menschen so treffen, auch akzeptieren. Zwei Sachen regen mich dieses Mal aber so wahnsinnig auf, dass ich Blutdruck kriege.


    1. Diese Bereitwilligkeit, Fake News zu glauben und weiterzuverbreiten.


    Beispiel: Die Grünen.


    Es kann sicherlich viele Gründe geben, warum man sie nicht wählt. Sei es, weil sie die Reichen zwar besteuern wollen, den Armen aber nicht genug zurückgeben wollen. Oder sei es, weil man sich fragt, ob dort genug Regierungskompetenz vorhanden ist und man seine Wahlversprechen wirklich einhalten wird (ist nach Rot-Grün um 2002 verständlich und das Liebäugeln mit der CDU zuletzt machte mir auch Gänsehaut).


    Was mir da aber immer erzählt wird, warum man die Grünen nicht wählt, ist einfach nur grotesk. Annalena Baerbock will angeblich die Witwenrente streichen. Annalena Baerbock will die Haltung von Haustieren verbieten. Überhaupt, wollen die Grünen ja eh immer alles verbieten. Die Grünen wollen alle zum Gendern zwingen. Die Grünen vernichten den Wohlstand. Ich weiß nicht, woher die Leute das haben. Weder im Wahlprogramm steht sowas, noch ist sowas in den Bundesländern zu beobachten, in denen die Grünen regieren. Von so Leuten höre ich auch oft, dass das Impfen doch ganz schlimm wäre, obwohl die selbst geimpft sind.


    Was mich daran so massiv ärgert: Meist kommt sowas von den Leuten in meinem Umfeld, von denen ich weiß, dass sie die Ideen der Grünen eigentlich unterstützen. Die stecken da aber in irgend so einer Filterblase drin, wo ich einfach nicht an sie rankomme. Ich meine, wenn man hinter der Politik anderer Parteien steht und die deshalb wählt - gerne doch. Aber dieses Nicht-Wählen bestimmter Parteien aufgrund von Fake News macht mich echt kirre.


    2. Die Vehemenz, mit der gegen andere Parteien gehetzt wird.


    Ich muss da leider wieder das Beispiel der Grünen nehmen, wobei sicherlich auch der Ton gegen die meisten anderen Parteien rauer geworden ist.


    Es fängt - auch wenn erfreulicherweise nicht in meinem Umfeld - ja schon mit dem Abreißen von Wahlplakaten an und dem Gegenplakatieren von Öko-Diktatur-Propaganda bis hin zu offenen Gewaltaufrufen. Warum tut man sowas? Werbt doch einfach mit euren eigenen Ideen! Leider leben Bekannte von mir in Städten, in denen massiv gegen die Grünen geschossen wird und die AfD stark ist. Ich komme an die einfach nicht mehr ran, die sind da komplett von vereinnahmt.


    In meinem Umfeld ist es nun so, dass mir seit Monaten alle ungefragt erzählen (was ich wähle, erzähle ich normalerweise nicht), warum die Grünen schlecht sind, warum der Klimawandel eh nicht zu stoppen ist, dass das alles Heuchler sind und durch die alles teurer werden wird etc. Warum mischen die sich den bitte in meine Wahlentscheidung ein?


    Ich bin jetzt am Überlegen, was man tun kann, um Leute in so einer Filterblase zu erreichen. Wenn die sehenden Auges CDU oder was auch immer wählen wollen, sollen sie es machen. Aber die erliegen dieser anti-linken Propaganda und das tut mir irgendwo auch weh. Ich möchte ja, dass die Menschen in meinem Umfeld kluge, informierte Entscheidungen treffen, selbst wenn ich anderer Meinung sein sollte.


    Kennt ihr sowas und wie geht ihr damit um?


    Gibt es vielleicht eine Buchempfehlung, wo Leuten erklärt wird, wie man News von Fake News unterscheidet? Von mir nimmt da leider niemand Ratschläge an.


    P.S.: Nach Möglichkeit soll das hier kein Faden in Richtung "Welche Partei sollte man (nicht) wählen" werden. In meinem Beispiel ging es um die Grünen, aber es könnte genauso gut um die CDU, die FDP, die SPD oder die Linke gehen. Ich wollte halt nur ein paar Beispiele anbringen und mir geht es eben darum, wie man diese Fake News aus den Köpfen rausbekommt und eine gescheite Gesprächskultur hinein.

  • Kennt ihr sowas und wie geht ihr damit um?

    Ehrlichgesagt nicht. Und ich wunder mich immer, wenn Leute SO viele "solche Leute" kennen. Klar hat man mal n schrägen Nachbarn oder nen beknackten Kollegen, der denkt die Baerbock würde uns die Haustiere verbieten oder penetrant, pemanent und einfach nur übertrieben gegen Partei ABC "hetzt". Glaub ich alles.

    Aber wenn jemand behauptet, dass das so viele Leute wären, dann halte ich das entweder für ausgedacht (soll wohl den Standpunkt bestärken, man würde sooo viele kennen, die so sind), oder ich würde dir raten mal dringend dein Umfeld zu überarbeiten. Ist nicht ganz normal und nicht repräsentativ.


    Ich glaube nicht, dass die Leute, die nicht Grün wählen, das überwiegend wegen Fake News nicht tun,
    Für die spricht eben auch einfach nicht genug dafür. Das bisschen Spreu was völlig abstrusen Baerbock-Gerüchten anhängt, macht den Kohl nicht fett.

    Werbt doch einfach mit euren eigenen Ideen!

    Mit "Mach's besser!"-Argumenten wirst du politisch nicht weit kommen.

    Edited once, last by mnef ().

  • Wir haben vor Kurzem paar Tage mit Freunden verbracht, die wir schon länger nicht mehr gesehen haben und auch erst wenige Jahre kennen. Da stellte sich heraus, dass sie Corona leugnen, Impfgegner sind und zudem nicht an den Klimawandel glauben. Das hat uns echt irritiert, aber war in dem Sinne auch nur am Rande ein Problem, da wir uns dann einfach nicht mehr über Politik unterhalten haben.

  • Wir haben vor Kurzem paar Tage mit Freunden verbracht, die wir schon länger nicht mehr gesehen haben und auch erst wenige Jahre kennen. Da stellte sich heraus, dass sie Corona leugnen, Impfgegner sind und zudem nicht an den Klimawandel glauben. Das hat uns echt irritiert, aber war in dem Sinne auch nur am Rande ein Problem, da wir uns dann einfach nicht mehr über Politik unterhalten haben.

    Diese Themen kann man in einer Unterhaltung oft doch gar nicht ausklammern. Ich z.B. könnte und möchte mit solchen Leuten einfach nicht befreundet sein. Eine andere Meinung zu haben ist nichts, was mich von einer Freundschaft abhalten würde.

    Querdenkertum aber auf jeden Fall.

  • Ich kann mnef nur zustimmen. Ich behaupte mal du hast entweder ein sehr eigenartiges Umfeld oder du übertreibst maßlos. Ich habe in meinem gesamten Freundes/Bekanntenkreis keinen einzigen der sich so verhält wie du darstellst.

    Natürlich gibt es sehr unterschiedliche Interessen die bei Wahlentscheidungen eine Rolle spielen. Bevor ich ein Kind hatte war Familien/Schulpolitik für mich nebensächlich, mittlerweile schaue ich schon genau wie die einzelnen Parteien das künftig gestalten wollen.

    Und ich werde sicher auch nicht die Grünen wählen. Das liegt aber bestimmt nicht daran weil ich glaube Annalena möchte Haustiere verbieten...

  • Ich kenne sowohl in Bekanntenkreis als auch beruflich einige Leute mit sehr merkwürdigen Ansichten zu Corona oder jetzt zur Wahl zu den Parteien.

    Kam für mich völlig unerwartet, weil es viele intelligente und vorher normal wirkende Menschen waren, die jetzt abstruse Ansichten haben.

    Ich bin schon immer vorsichtig, bevor ich heikle Themen ansprechen, versuche ich schon etwas rauszufinden, wo die Person steht und meide dann ggf. diese Themen.

    Aber ich war tatsächlich schockiert, wie viele Menschen im Umfeld glauben, dass die Maskenpflicht nicht wegen Corona ist, sondern um zu testen, wie weit man bei den Bürgern gehen kann.

    "Kein Schmerz ist größer, als sich der Zeit des Glückes zu erinnern, wenn man im Elend ist."

  • In meinem Umfeld ist es nun so, dass mir seit Monaten alle ungefragt erzählen (was ich wähle, erzähle ich normalerweise nicht), warum die Grünen schlecht sind, warum der Klimawandel eh nicht zu stoppen ist, dass das alles Heuchler sind und durch die alles teurer werden wird etc. Warum mischen die sich den bitte in meine Wahlentscheidung ein?

    Wenn du nicht erzählst, was du wählst, warum wissen die anderen denn, dass sie sich in deine Wahlentscheidung einmischen? Vielleicht ärgern sie sich ja einfach so über die Grünen.

    Mir scheint irgendwie, du steckst ebenfalls in einer (in deinem Fall grünen) Filterblase.

    Klar gibts doofe Leute, die sich (unbewusst) total an Fake-News klammern, aber gegen die Grünen zu sein, hat für mich nun wirklich nichts mit Aluhüten zu tun.

  • Diese Themen kann man in einer Unterhaltung oft doch gar nicht ausklammern. Ich z.B. könnte und möchte mit solchen Leuten einfach nicht befreundet sein. Eine andere Meinung zu haben ist nichts, was mich von einer Freundschaft abhalten würde.

    Querdenkertum aber auf jeden Fall.

    Manchmal ist das aber echt schwierig. Ich hielt unseren Freundeskreis, der seit Jahrzehnten besteht, für immun gegen diesen Mist. Falsch gedacht. Da lief plötzlich ein so scharfer Graben durch, der richtig wehtut. Vor allem, wenn man die Menschen wirklich mag und kein moderner, urbaner Eigenbrötler ist. (Ich hatte doch hier diese Geschichte mit der Gartenparty zur Diskussion gestellt).

    Abhilfe schafft hier nur Toleranz, das Thema möglichst außen vor lassen, wenn einem die Freunde nicht gleichgültig sind.

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    Mir scheint irgendwie, du steckst ebenfalls in einer (in deinem Fall grünen) Filterblase.

    Klar gibts doofe Leute, die sich (unbewusst) total an Fake-News klammern, aber gegen die Grünen zu sein, hat für mich nun wirklich nichts mit Aluhüten zu tun.

    Die TE hat die Grünen doch nur als Beispiel gebracht, und so wie ich das verstanden habe geht es ihr nicht darum dass jemand gegen irgendeine Partei ist, sondern dass dann mit Fake News und Unterstellungen gearbeitet wird.

  • Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da saß man mit Freunden und Familie am Tisch und es wurden unterschiedliche politische Meinungen diskutiert. Es wurde auch mal lauter, am Ende war aber alles trotzdem gut und man redete über was anderes und wenn jemand was brauchte, dann wurde geholfen.


    Man wusste, dass Person x eine andere Meinung zu einigen Themen hatte als man selbst oder Person y. Das war ok und nichts Besonderes.

    Wenn man sich gar nicht einig wurde (was ziemlich selten vorkam) dann mied man entsprechende Themen eben und mochte sich trotzdem.


    Ich fand diese Zeit deutlich entspannter als die Heutige.

    Wer kämpft, der kann verlieren. Wer nicht kämpft, der hat schon verloren.

  • Kennt ihr sowas und wie geht ihr damit um?

    Ich frage mich dann immer: Was ist Symptom, was ist Ursache. Und: Welche Funktion hat es?


    Ich gehe davon aus, dass die Leute im Großen und Ganzen schon immer so dumm oder schlau waren, wie sie heute sind. Unser genetischen Material lässt da keine Quantensprünge zu. Also kann es sich nur um Symptome handeln, die da jetzt vermehrt aufploppen oder es in die mediale Berichterstattung schaffen. Einen gewissen Unterhaltungsfaktor hat es ja durchaus, selbst wenn man sich nur darüber aufregt.

    Ich tippe auf zunehmende Orientierungslosigkeit, viele Menschen verstehen die Welt und/oder ihr Leben nicht mehr. Früher schien vieles viel einfacher. Natürlich war es das nie, allein der Glaube daran ist den Leuten zunehmend verloren gegangen.

  • @ TE

    Lass die Leute so wie sie sein wollen oder meinst Du, Du hättest den Stein der Weisen gefressen?

    Du hast nicht verstanden, worum es geht, aber ist auch nicht schlimm. Es geht ja eben nicht darum, meine Meinung jetzt als die richtige zu präsentieren, sondern gegen Fake News vorzugehen - und wenn das Ergebnis dann ist, dass man trotzdem noch das Gegenteil von dem wählt, was ich für richtig halte, aber halt gescheit informiert.



    Wir haben vor Kurzem paar Tage mit Freunden verbracht, die wir schon länger nicht mehr gesehen haben und auch erst wenige Jahre kennen. Da stellte sich heraus, dass sie Corona leugnen, Impfgegner sind und zudem nicht an den Klimawandel glauben. Das hat uns echt irritiert, aber war in dem Sinne auch nur am Rande ein Problem, da wir uns dann einfach nicht mehr über Politik unterhalten haben.

    Wie habt ihr das denn gelöst? Ich kenne es leider so, dass ich mit solchen Themen 1. nicht anfange und 2. den Diskurs auch nicht verschieben kann, da sich dann ewig echauffiert wird. (So viel nochmal zum Thema, die Leute so sein lassen, wie sie sind ;). Aber das kam ja nicht von dir.)

  • Diese Themen kann man in einer Unterhaltung oft doch gar nicht ausklammern. Ich z.B. könnte und möchte mit solchen Leuten einfach nicht befreundet sein. Eine andere Meinung zu haben ist nichts, was mich von einer Freundschaft abhalten würde.

    Querdenkertum aber auf jeden Fall.

    Ja, so denke ich auch. Sind zum Teil aber halt Leute, die früher nicht so waren, und die mir eigentlich am Herzen liegen. Da möchte ich halt nicht so schnell aufgeben.

  • Ich kann mnef nur zustimmen. Ich behaupte mal du hast entweder ein sehr eigenartiges Umfeld oder du übertreibst maßlos. Ich habe in meinem gesamten Freundes/Bekanntenkreis keinen einzigen der sich so verhält wie du darstellst.

    Natürlich gibt es sehr unterschiedliche Interessen die bei Wahlentscheidungen eine Rolle spielen. Bevor ich ein Kind hatte war Familien/Schulpolitik für mich nebensächlich, mittlerweile schaue ich schon genau wie die einzelnen Parteien das künftig gestalten wollen.

    Und ich werde sicher auch nicht die Grünen wählen. Das liegt aber bestimmt nicht daran weil ich glaube Annalena möchte Haustiere verbieten...

    Mein Umfeld ist schon ein bisschen eigenartig, das will ich gar nicht leugnen. Ihr habt doch bestimmt die ganzen Meldungen mitbekommen über Orte wie Zwickau etc. Man kann ja aber auch die eigenartigen Leute nicht zurücklassen. Und damit meine ich immernoch nicht, die Grünen zu wählen, sondern eine fundierte Entscheidung zu treffen. Es ist halt nur in meinem Umfeld das omnipräsente Beispiel.


    Ehrlichgesagt nicht. Und ich wunder mich immer, wenn Leute SO viele "solche Leute" kennen. Klar hat man mal n schrägen Nachbarn oder nen beknackten Kollegen, der denkt die Baerbock würde uns die Haustiere verbieten oder penetrant, pemanent und einfach nur übertrieben gegen Partei ABC "hetzt". Glaub ich alles.

    Aber wenn jemand behauptet, dass das so viele Leute wären, dann halte ich das entweder für ausgedacht (soll wohl den Standpunkt bestärken, man würde sooo viele kennen, die so sind), oder ich würde dir raten mal dringend dein Umfeld zu überarbeiten. Ist nicht ganz normal und nicht repräsentativ.


    Ich glaube nicht, dass die Leute, die nicht Grün wählen, das überwiegend wegen Fake News nicht tun,
    Für die spricht eben auch einfach nicht genug dafür. Das bisschen Spreu was völlig abstrusen Baerbock-Gerüchten anhängt, macht den Kohl nicht fett.

    Du kannst das natürlich für gelogen halten. Das ist dein gutes Recht und ich kann im Internet auch nichts beweisen. Ich kann nur wieder auf Orte verweisen, in denen die AfD eine reale Chance hat, ein Direktmandat zu bekommen und ähnliche Orte. Ob du mir glaubst, wie gesagt, bleibt dir überlassen.


    Mit "Mach's besser!"-Argumenten wirst du politisch nicht weit kommen.

    Ja, so schaut es aus. Das war auch eher ein verärgerter Ausruf als ein Vorschlag, von dem ich ausgehe, dass er angenommen wird. Wäre halt auch zu schön, denn dann wäre es ja einfach.

  • Ich kenne sowohl in Bekanntenkreis als auch beruflich einige Leute mit sehr merkwürdigen Ansichten zu Corona oder jetzt zur Wahl zu den Parteien.

    Kam für mich völlig unerwartet, weil es viele intelligente und vorher normal wirkende Menschen waren, die jetzt abstruse Ansichten haben.

    Ich bin schon immer vorsichtig, bevor ich heikle Themen ansprechen, versuche ich schon etwas rauszufinden, wo die Person steht und meide dann ggf. diese Themen.

    Aber ich war tatsächlich schockiert, wie viele Menschen im Umfeld glauben, dass die Maskenpflicht nicht wegen Corona ist, sondern um zu testen, wie weit man bei den Bürgern gehen kann.

    Ja, ist bei mir leider auch so, dass man da viel mitbekommt.

  • Wenn du nicht erzählst, was du wählst, warum wissen die anderen denn, dass sie sich in deine Wahlentscheidung einmischen? Vielleicht ärgern sie sich ja einfach so über die Grünen.

    Mir scheint irgendwie, du steckst ebenfalls in einer (in deinem Fall grünen) Filterblase.

    Klar gibts doofe Leute, die sich (unbewusst) total an Fake-News klammern, aber gegen die Grünen zu sein, hat für mich nun wirklich nichts mit Aluhüten zu tun.

    Dein erster Satz enthält ein Argument, dem ich zustimmen kann. Ich denke halt, dass sie Angst haben, ich könnte die Grünen wählen, und deswegen so dagegen wettern. Irgendwie eine diffuse Angst vor Veränderung, die man sich dann zurecht legt.


    Hm... wenn ich anfange, Falschnachrichten zu verbreiten, kannst du mich gerne nochmal auf eine Filterblase ansprechen, in der ich vielleicht stecke. Vorher ist es einfach nur meine Meinung. Gegen die Grünen zu sein geht halt manchmal bis oft (anscheinend je nach Umfeld ;)) mit den Aluhüten zusammen. Aber natürlich kann man auch aufgrund von echten Argumenten gegen die Grünen sein - habe ich ja auch eingangs geschrieben.

  • Diese Themen kann man in einer Unterhaltung oft doch gar nicht ausklammern. Ich z.B. könnte und möchte mit solchen Leuten einfach nicht befreundet sein. Eine andere Meinung zu haben ist nichts, was mich von einer Freundschaft abhalten würde.

    Querdenkertum aber auf jeden Fall.

    Manchmal ist das aber echt schwierig. Ich hielt unseren Freundeskreis, der seit Jahrzehnten besteht, für immun gegen diesen Mist. Falsch gedacht. Da lief plötzlich ein so scharfer Graben durch, der richtig wehtut. Vor allem, wenn man die Menschen wirklich mag und kein moderner, urbaner Eigenbrötler ist. (Ich hatte doch hier diese Geschichte mit der Gartenparty zur Diskussion gestellt).

    Abhilfe schafft hier nur Toleranz, das Thema möglichst außen vor lassen, wenn einem die Freunde nicht gleichgültig sind.

    Das tut mir leid. Das kann einem wirklich wehtun.

    Was genau meinst du mit Toleranz? Ich tue mich schwer damit, tatsächlichen Blödsinn stehen zu lassen. Ich hoffe, es wird deutlich, dass ich damit nicht Argumente meine, denen ich nicht zustimme. Aber halt echten Blödsinn.

    Ich habe gestern auch nochmal ein bisschen recherchiert und in letzter Zeit hat sich da tatsächlich was getan in Richtung "Bücher gegen Fake News". Ich muss mal schauen, welche ich davon kaufe. Dann kann ich sie ja auch erstmal selbst lesen (nur, um sicherzugehen ;)) und dann ggf. verschenken. Vielleicht finde ich auch noch was von einer Person, die meine Bekannten respektieren.



    Mir scheint irgendwie, du steckst ebenfalls in einer (in deinem Fall grünen) Filterblase.

    Klar gibts doofe Leute, die sich (unbewusst) total an Fake-News klammern, aber gegen die Grünen zu sein, hat für mich nun wirklich nichts mit Aluhüten zu tun.

    Die TE hat die Grünen doch nur als Beispiel gebracht, und so wie ich das verstanden habe geht es ihr nicht darum dass jemand gegen irgendeine Partei ist, sondern dass dann mit Fake News und Unterstellungen gearbeitet wird.

    Genau. Darum geht es. Mir war aber auch bewusst, dass die Grünen gerade ein Reiz-Thema sind. Daher wundert es mich auch nicht, dass ich meine Gedanken hier und da nochmal verdeutlichen muss. Schade finde ich nur, dass manche mir nicht glauben. Ich beneide euch um die demokratiefreundliche Ecke, in der ihr wohnt.

  • Ja, das stimmt. Diese Zeit habe ich leider nur noch kurz erlebt.


    Ich frage mich dann immer: Was ist Symptom, was ist Ursache. Und: Welche Funktion hat es?


    Ich gehe davon aus, dass die Leute im Großen und Ganzen schon immer so dumm oder schlau waren, wie sie heute sind. Unser genetischen Material lässt da keine Quantensprünge zu. Also kann es sich nur um Symptome handeln, die da jetzt vermehrt aufploppen oder es in die mediale Berichterstattung schaffen. Einen gewissen Unterhaltungsfaktor hat es ja durchaus, selbst wenn man sich nur darüber aufregt.

    Ich tippe auf zunehmende Orientierungslosigkeit, viele Menschen verstehen die Welt und/oder ihr Leben nicht mehr. Früher schien vieles viel einfacher. Natürlich war es das nie, allein der Glaube daran ist den Leuten zunehmend verloren gegangen.

    Deine Herangehensweise gefällt mir.


    An dieser Orientierungslosigkeit ist in einer Welt, die sich immer schneller verändert, sicherlich etwas dran. Die Menschen, die so drauf sind bei mir, nehmen sich halt auch gar nicht mehr die Zeit (oder haben sie nicht), sich zu informieren - und zwar aus verschiedenen Richtungen. Das Internet hat Informationen viel leichter zugänglich gemacht, aber auch viel leichter zu manipulieren. Und wenn man diese Manipulationen nicht im Ansatz durchschaut und seriöse von unseriösen Quellen nicht unterscheiden kann, dann traut man plötzlich niemandem mehr und macht sich seine eigene Welt.

  • Ich sehe gerade, dass Regenbogen meinen Startbeitrag mit einem Dislike verstehen hat, wobei er oder sie offensichtlich nicht verstanden hat, worum es mir geht, und auch nicht bereit war, eine Erklärung meinerseits abzuwarten. Genau sowas meine ich mit einer schlechten Diskussionskultur.

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