Haus kaufen bzw. Bauen heutzutage unbezahlbar?

  • Hallo zusammen.

    Mich beschäftigt gerade etwas.

    Vor Jahren hätten wir schon gerne ein Eigenheim gehabt. Da war es finanziell nicht drin.

    Nun haben wir uns über die Jahre finanziell sehr hochgearbeitet.

    Nun könnten wir kaufen, bzw. Bauen... ABER: Bauplätze sind hier aktuell nicht ausgeschrieben und die Immobilien sind wahnsinnig teuer geworden.

    Unsere Bekannten haben vor 8 Jahren ein 160qm Haus gebaut! NEU! Und dafür nur 150.000 Euro bezahlt! Die wohnen im gleichen Ort wie wir. Es ist ein kleiner Ort, somit die Preise "eigentlich" noch human.


    Nun hatte hier 2 Straßen weiter jemand über Makler inseriert. 226.000 für ein 90 qm Haus aus dem Jahr 1953. Das muss auch noch zusätzlich kernsaniert werden... Fenster, Dach, Dämmung usw. Der Makler rechnete mit 400.000 tausend... auf die Frage ob noch was am Preis zu machen sei, hieß es, Max. 205.000 plus 30.000 notar, Makler usw. plus 150.000 (geschätzt) für die Sanierung, da sind wir immer noch bei 385.000 Euro für ein 70 Jahre altes Haus... :face_with_rolling_eyes::-$

    Das ist doch Wahnsinn..

    Was ist passiert? Warum explodieren die Preise? Wer soll das denn in Zukunft bezahlen?

    Damals hatten wir ein Budget von 60.000. Da war klar,daß ist nicht möglich. Aber nun könnten wir ein Budget von 250.000 bzw. 300.000 ausschöpfen und nichtmal das reicht? Ich kann es nicht fassen.

  • Greift zu, realisiert es jetzt (!!!)

    für knapp 400.000.- bekommt man hier eine Zwei-Zimmer-Wohnung in schlechter Lage,

    neverever ein Haus mit Grundstück etc..


    300.000.- für eine kleine Doppelhaushälfte hat man hier das letzt mal vor 20 Jahre angesetzt und es ist alles ein Land....

  • Wie kann man da sagen, dass man zushclagen soll?


    Das ist doch total abhängig vom Wohnort... Und ICH, für mein Bauchgefühl, finde das überteuert. Ja, das ist es nicht überall, aber die TE schreibt deutlich, dass das Budget überschritten wird. Punkt. Was nützt einem ein Schuldenberg?


    Mir geht es leider ähnlich.

    Ich/wir wollten lange schon Eigentum. Ging nie, berufliche Unsicherheiten,... Dann haben wir ein Grundstück ergattert, dann Trennung. Ich habe das Grundstück noch, wollte bauen, aber allein die Kostenexplosion im Baubereich hat mich dieses Jahr ausgebremst.


    Und hier (nordwestliches Niedersachen, Grenzregion zu den Niederlanden, keinerlei Industrie oder Speckgürterl von irgendwas ) ist die Lage ähnlich: Kanpp 300.000€ für alte Häuser, wo man von Heizung, Isolierung, Bad etc. ALLES sanieren müsste. Es gibt in einer Stadt ein Viertel, wo kleine Reihenhäuser noch vor 5 Jahren unter 100.000€ weggingen. Die kosten mittlerweile auch 150.000-175.000€.

    Und wo man früher handeln konnte um den Preis, da gibt es heute immer mehr Verkäufe im Angebotsverfahren: Wer am meisten bietet, der bekommt das Haus.


    Da werden auch schon mal Einfamilienhäuser aus den 1980ern, die man gut sanieren könnte, gekauft und abgerissen. Udnd ann ein Mehrfamilienhaus mit 4-8 Wohnungen hingeklatscht, für um die 300.000€ pro Wohnung. Katastrophe.


    Aber ja, für 300.000€ bekommt man nichts Vernünftiges mehr, auch nicht in vielen ländlichen Regionen. Eigentum wird Luxus; man muss mit Mitte 20 schn gekafut/gebaut haben und dann abzahllen bis zur Rente. Dann klappt das noch, auch mit den Instagram-tauglichen Traumhäusern.


    Wer aber um die 40 ist mit wenig Eigenkapital, hat kaum noch eine Chance.


    Ich finde es traurig. Aber das verdanken wir dem Niedrigzinsniveau, miesen Spekulationen und Geldgeilheite an vielen Stellen der Kette (siehe Holzexporte der Sägewerke und resultierender Mangel hier).


    Ich bin desillusioniert. Gewaltig.


    Unser/mein Limit wären auch 300.000€ gewesen.

    Live the life you love. Love the life you live.

  • Das Problem haben wir auch. Früher ging es nicht und jetzt ist es unfassbar teuer. Allerdings wären die Preise, die du nennst, bei uns absolut undenkbar. Bei uns fangen so alte Häuser, Renovierungsbedürftig etc ab 500/600 000 an. Wir rechnen mit 750000-1000000 für eine DHH mit ca 300qm Grund und einigermaßen bewohnbar. Wie man sich das leisten soll, ist mir aber auch noch schleierhaft.


    Was mich allerdings immer wundert: mancher Neubau ist ähnlich teuer.

  • Greift zu, realisiert es jetzt (!!!)

    für knapp 400.000.- bekommt man hier eine Zwei-Zimmer-Wohnung in schlechter Lage,

    neverever ein Haus mit Grundstück etc..


    300.000.- für eine kleine Doppelhaushälfte hat man hier das letzt mal vor 20 Jahre angesetzt und es ist alles ein Land....

    Nein wir greifen nicht zu! Wir werden uns kein Haus kaufen, was über unserem Budget liegt! Das geht dann früher oder später in die Hose gehen... Denn 20 bzw. 30 Jahre auf alles andere verzichten müssen, das wollen wir nicht.

    Wir möchten uns weiterhin 1x im Jahr Urlaub leisten können und auch unseren Kindern was bieten können. Wenn wir dieses Haus nehmen, haben wir 1000 Euro im Monat an mehr Ausgaben wie jetzt wo wir zu Miete wohnen. Das wiederum fehlt dann für Urlaub, Freizeit etc.

    Und zur Seite legen können wir dann auch nicht mehr wirklich was. Was ist wenn dann was Unvorhergesehenes kommt? Es geht z.b. die Heizungsanlage kaputt? Woher dann das Geld nehmen?


    Hier kosteten Neubauten vor 7-8 Jahren noch 150.000 Euro. 3 befreundete Paare haben zu dieser Zeit hier gebaut. Alle in der gleichen Neubausiedlung, alle mit großem Garten, Terrasse mit Terrassentür zum Wohnzimmer, Kamin etc. Und alle sagen heute, wie gut das wir vor ein paar Jahren gebaut haben, heutzutage wäre es finanziell nicht mehr drin bei den Preisen.


    Und wir sollen für ein altes Siedlerhaus (das nichtmal unserem Standard entspricht, z.b. keine Erdung, keinen FI Schalter, fehlende Terrasse, inkl. Terrassentür, Kamin, nur ein Bad unten) 400.000 ausgeben?

    Die 150.000 Sanierung sind ja nur mal so eben geschätzt, ob es dabei bleiben würde, wüsste man erst hinterher. Das Dach ist von 1953 und dementsprechend Asbest belastet. Das sind extreme extra Kosten.

    Der Kollege meines Mannes hat afgrund von Trennung vor kurzem seinen 2 Jahre alten Luxus-Bungalow mit 145 qm für 430.000 verkauft. Das hatte den Wert. Es hat sämtliches an schicki-micki gehabt. Sauna, whirlpool, smarthome, Luxus Küche mit extra Lager und Kühlraum usw.


    Wir wohnen seit fast 8 Jahren in einem baugleichen Haus zur Miete. Unser Vermieter hätte es an uns verkauft, aber seine Frau wollte nicht. Wir hätten es für 200.000 bekommen und hätten nur das Bad sanieren müssen. Lediglich hätten wir im Abstellraum noch eine Terrassentür eingebaut um nicht immer um das ganze Haus laufen müssen um in den Garten zu kommen.

    Dieses ist aber eben bei 400.000 nicht mehr realisierbar und wir müssten das Haus die nächsten 30 Jahre so lassen wie es jetzt ist.

  • Bzgl. Neubau:

    Mein (mittlerweile Ex-) Partner und ich konnten und bzgl. Hausbau in vielen Bereichen nicht einigen. Bei ihm musste alles noch größer, höhere Decken,... Also vieles jenseits des Durchschnitts-Hauses, mit dem ich zufrieden gewesen wären.

    Hätten wir uns da einigen können, hätte uns ein Neubau auf dem (günstigen) Grundstück WENIGER gekostet als ein Haus aus den 70er/80er Jahren mit Renovierungsbedarf, Grunderwerbssteuer, Notar,... Ca. 30.000€ weniger, Okay, das hätten dann vielleicht die Außenanlagen gekostet, aber dafür wäre es KfW 40 gewesen, ohne Gasanschluss, gut isoliert,...

    Live the life you love. Love the life you live.

  • Die Preise haben ordentlich zugelegt. Hier in meinem ländlichen Umfeld zahlt man jetzt für ein Haus mit Garten locker 1/3 wenn nicht sogar die Hälfte mehr als noch vor einem Jahr. Was ich so mitbekomme, ist, dass sich in der Umgebung vermehrt Leute aus der Stadt ein Haus gekauft haben.


    Ich schaue aus Interesse nach wie vor, welche Immobilien zu welchem Preis so angeboten werden. In der Preisklasse um €150 000 und niedriger sind Häuser zu sehen, die für mein Empfinden einer Ruine ähnlich sehen. Besser wird es dann bei €250 000 aufwärts.


    Die ganzen Nebenkosten, wie Makler, Grundbuch, etc. sind auch nicht ohne.

  • Hier kostet ein Neubau inklusive Grundstück, ab ca. 500.000 aufwärts. Mein Haus ist etwas älter, aber geht noch unter Neubau. Wir haben diese Summe damals schon gezahlt und was noch alles dazu kam, darüber spricht man besser nicht.

  • Die Preise haben in den letzten Jahren ganz schön angezogen. Wir gucken bei uns in der Gegend immer mal aus Interesse, was für Preise so aufgerufen werden und in den letzten knapp 10 Jahren haben sich die Preise mehr als verdoppelt. Und je nachdem, wie gefragt die Lage ist, wird sich das wohl auch in naher Zukunft nicht ändern.

  • Ja, je nach Wohnort wird es immer teurer.

    Kein Ende abzusehen.

    Einziges Bonbon sind die (noch) niedrigen Zinsen.

    Manchmal ist die Finanzierung sogar günstiger als die Miete.

    Trotzdem sollte man sich genau überlegen, was man stemmen kann.


    Beim Kauf einer sanierungsbedrüftigen Immobilie würde ich noch auf folgendes hinweisen:

    1. Gebüren: Makler, Grunderwerbssteuer, Notar.... da kommt ordentlich was zusammen.

    2. Handwerkermangel, egal was, es dauert länger als erhofft und wird teurer als erhofft.

    3. Baustoffmangel, lange Lieferzeiten sind bei manchen Dingen einzuplanen.

    4. Beim Kauf erlischt der Bestandsschutz von veralteten Dingen, zum Beispiel von alten Elektroleitungen. Da muss dann u.U. alles erneurt werden.


    Auf das, was ein Makler sagt würde ich mich nie verlassen, der haftet für keine einzige seiner Aussagen oder Angaben.

    Da stimmen oft nicht mal die angegebenen Quadratmeter.

    Ich würde vor dem Kauf IMMER einen Fachmann zu Rate ziehen.

    Wer kämpft, der kann verlieren. Wer nicht kämpft, der hat schon verloren.

  • Kein Ende abzusehen.

    Einziges Bonbon sind die (noch) niedrigen Zinsen.

    das ist aber kein Bonbon, wenn die Zinsen nicht so niedrig wären,

    gäbe es keine so hohen Hauspreise und umgekehrt

    Mag sein, ich denke zu den hohen Preise trägt vieles bei, nicht nur allein die niedrigen Zinsen.

    Was ich eigentlich sagen wollte war, dass mancherorts die Preise nur finanzierbar sind, weil es keine hohen Zinsen gibt im Moment.

    Ansonsten wäre es noch schlimmer.

    Wer kämpft, der kann verlieren. Wer nicht kämpft, der hat schon verloren.

  • Beim Kauf einer sanierungsbedrüftigen Immobilie würde ich noch auf folgendes hinweisen:

    1. Gebüren: Makler, Grunderwerbssteuer, Notar.... da kommt ordentlich was zusammen.

    2. Handwerkermangel, egal was, es dauert länger als erhofft und wird teurer als erhofft.

    3. Baustoffmangel, lange Lieferzeiten sind bei manchen Dingen einzuplanen.

    4. Beim Kauf erlischt der Bestandsschutz von veralteten Dingen, zum Beispiel von alten Elektroleitungen. Da muss dann u.U. alles erneurt werden.

    :thumbs_up_medium_light_skin_tone: 2 und vor allem 3 wollte ich auch nennen.

  • Ich habe mich das auch gefragt als ich sehen musste wie im Nachbarort ein neues Wohngebiet aus dem Boden gestampft wurde. Woher haben die jungen Menschen das viele Geld? Entweder geerbt, Zuschuss von Mutti und Papi oder sie zahlen im hohen Rentenalter noch ab. Aber welche Bank vergibt ohne entsprechendes Eigenkapital oder Sicherheiten ein Baudarlehn?
    Da überlege ich mir wirklich zu bauen bzw. Eigenheim zu erwerben, denn für das Geld kann ich verdammt lange zur Miete wohnen!

  • ToniA

    Genau DAS frage ich mich auch immer wieder. Plus Autos, Markenklamotten, Urlaubsreisen,... Aber vermutlich Finanzierung auf 40 Jahre oder so.


    Ich hätte dennoch gerne Eigentum. Über mir wohnen seit August die Horror-Mieter des Grauens und verleiden mir hier alles. Ruhe Fehlanzeige, Dreck, wird vom Balkon geworfen,... Da kommt ganz stark Frust und Sehnsucht nach dem eigenen Häuschen. Da hilft auch keine Eigentumswohnung. Aber ich bin auch ab dem 2. Lebensjahr in einem Haus groß geworden...


    Und ehrlich gesagt war unser Budget fürs Haus nur minimal höher als die jetzige Kaltmiete. BIs zum 67. Lebensjahr gerechnet. Ich erwarte, älter zu werden, es würde sich also noch rechnen.

    Live the life you love. Love the life you live.

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