Leben ohne Auto - von Bequemlichkeit zu Notwendigkeit und zurück...

    Zum Thema "Aufteilen von Verkehrsraum" gab es mal vor einiger Zeit irgendwo ein Experiment, das jegliche Aufteilung aufhob und somit einen gleichberechtigten Verkehrsraum für alle Teilnehmer auf Kommunikationsbasis schaffte - und es war erfolgreich bezüglich der Unfallzahlen... . Mal sehen, ob ich da noch etwas konkretes zu finde.

    PS: Den Bericht, den ich in Erinnerung hatte, habe ich nicht gefunden - würde nicht mal ausschließen, dass der in der "ADAC Motorwelt" stand... :grinning_face: - aber das Konzept nennt sich "shared space".

  • Zum Thema "Aufteilen von Verkehrsraum" gab es mal vor einiger Zeit irgendwo ein Experiment, das jegliche Aufteilung aufhob und somit einen gleichberechtigten Verkehrsraum für alle Teilnehmer auf Kommunikationsbasis schaffte - und es war erfolgreich bezüglich der Unfallzahlen... . Mal sehen, ob ich da noch etwas konkretes zu finde.

    PS: Den Bericht, den ich in Erinnerung hatte, habe ich nicht gefunden - würde nicht mal ausschließen, dass der in der "ADAC Motorwelt" stand... :grinning_face: - aber das Konzept nennt sich "shared space".

    Das sind die Gemischtverkehrszonen, die es in einzelnen von unseren Städten gibt. Höchstgeschwindigkeit ist dann meistens 20 km/h. Die Autofahrer haben danndabei alle ihre gewünschte Bequemlichkeit, ausser der höheren Geschwindigkeit.

    Aber schneller sein als die andern ist schliesslch kein Menschenrecht :smiling_face_with_smiling_eyes:

  • "Shared Space" ist ganz sicher nicht das, was sich die Radprofessorin vorstellt. Im taz-Artikel drückt sich das auch klar aus.


    Sie will sichere Radwege, weg von parkenden Autos. Und Gefahrenstellen präventiv vermeiden-

    Und ein Radschnellwegenetz.

    Sie will, dass die Auto-Infrastrukturen dafür Platz abgeben und sonst noch neue Wege ertüchtigt werden.

    Ich finde das passend.

  • das kann und muss man mit Shared Space (Langsamverkehr-Zonen) kombinieren. Denn an den Zielorten kommen die Verkehrsarten wieder zusammen.

  • Muss man nicht.

    Und shared space setzt auf Vernunft, Vorsicht, Rücksicht, Kommunikation, Vorausschau, Intelligenz, Kooperation - schon die Vorgabe "Langsamverkehr" ist im reinen Shared Space-Konzept nicht vorgesehen. Die Langsamkeit ist also nicht zwingend gegeben.


    Und wenn direkt vor dem Radfahrer eine Autotür aufgeht, ist das auch nicht so prickelnd, ganz egal wie schnell oder langsam das vorher fuhr.

  • Sie will sichere Radwege, weg von parkenden Autos. Und Gefahrenstellen präventiv vermeiden-

    Und ein Radschnellwegenetz.

    Sie will, dass die Auto-Infrastrukturen dafür Platz abgeben und sonst noch neue Wege ertüchtigt werden.

    Das kenne ich alles aus den 60-ern.


    Das ging damals so:

    Wir wollen sichere Straßen, die sollen aus Sicherheitsgründen hauptsächlich gerade aus verlaufen. Die Bäume an den Rändern der Straßen müssen gerodet werden, das sind tödliche Gefahren für jeden Autofahrer.

    Um schnell voran zu kommen, muß der Autobahnbau gewaltig verstärkt werden. Alles muss vierspurig sein, kreuzungsfreies Vorankommen für jedermann.

    Straßen innerorts müssen verbreitert werden, Gehwege kann man schmaler machen.

    Wir müssen alles dafür tun, damit der Autofahrer schnell und mit so wenig Behinderung wie möglich ans Ziel kommt. Am Ziel muss er dann auch Parkplätze vorfinden.


    Genauso klingt es heute auch.

    tachy-/bradykard

  • Das ging damals so:

    Wir wollen sichere Straßen, die sollen aus Sicherheitsgründen hauptsächlich gerade aus verlaufen.

    Das war so. Die Kreisverkehre, die es damals schon gab, wurden sämtlich planiert und durch schicke Ampelkreuzungen ersetzt. Vor ein paar Jahren begann man dann damit, die schicken Kreuzungen wieder durch Kreisverkehre zu ersetzen, weil es irgendwie ja doch besser läuft. Hätte man auch gleich alles so lassen können, aber Hauptsache, es wurde mal was verändert.


    Dasselbe mit Flussläufen. Unser Fluss wurde in dieser Zeit ebenfalls begradigt, weil geradeaus so schön ordentlich ausschaut. Nach unzähligen Hochwassern und anderen Problemen erkannte man vor ein paar Jahren, dass die Natur das eigentlich doch besser kann als die Menschen, der wohlklingende Ausdruck "Renaturierung" wurde bemüht, Bagger rückten an und verlegten den Fluss wieder ins ursprüngliche Bett.


    Auch der momentane Hype in der Verkehrsplanung ist nicht der Weisheit letzter Schluss. In einigen Jahren kommt das alles wieder anders, jede Wette. Aber ich werde dann wahrscheinlich nicht mehr da sein, um die Wette einzulösen.


    Überhaupt finde ich interessant, auf welche Ideen die Leute kommen. Eine Professur fürs Fahrradfahren, da muss man erst drauf kommen. Dr. Fahrradfahrer hört sich dann ja auch richtig wichtig an. :rolling_on_the_floor_laughing: Und dass die Frau ordentlich was fordert ist ja auch klar, schließlich will sie ja wahrgenommen werden und ihre Professur behalten. Nicht dass die Fakultät nächsten Sommer wieder abgeschafft wird.

  • Tübingen: Boris Palmer will Parken für SUV zwölfmal teurer machen (t-online.de)


    >> Weniger Autos in der Stadt, dafür attraktiverer Nahverkehr: Um das zu erreichen, sollen Anwohner in Tübingen künftig deutlich mehr fürs Parken zahlen. Für SUV-Fahrer soll es besonders teuer werden.

    (...)

    Palmer erhofft sich dadurch nicht nur viel Geld, das dem Klima zugute kommen soll – sondern auch weniger Autos in Tübingen. Allerdings ist die schon seit längerer Zeit angedachte Reform in seiner Stadt umstritten. (...) <<

  • Wovon träumt der Mann nachts? Wie soll man durchs Parken Geld verdienen können? Völlig praxisfremd.

    In Wien scheint das funktioniert zu haben. Der Sohn einer Bekannten schaffte sein Auto ab, weil ihm die dortigen Parkgebühren die Haare vom Kopf fraßen. Für Fern- und Ausflugsfahrten ist für ihn ein Leihwagen inzwischen günstiger. Allerdings ist der Wiener Nahverkehr Spitze. Da muss sich niemand einen Fahrplan merken. Dazu das 365€-Jahresticket. Wie das allerdings bei Corona war, muss ich ihn mal fragen.

  • Dazu das 365€-Jahresticket.

    Ich hoffe, sowas wird auch mal in DE umgesetzt... Die Ticketpreise sind mittlerweile nur noch unverschämt.. Da braucht man sich nicht wundern, dass die meisten mit einem Auto fahren, dadurch sparen viele, die gerne auch mal in anderen Städten bzw. Bundesländern unterwegs sind, einiges an Geld und bekommen dafür mehr Komfort..

  • In Wien scheint das funktioniert zu haben. Der Sohn einer Bekannten schaffte sein Auto ab, weil ihm die dortigen Parkgebühren die Haare vom Kopf fraßen. Für Fern- und Ausflugsfahrten ist für ihn ein Leihwagen inzwischen günstiger. Allerdings ist der Wiener Nahverkehr Spitze. Da muss sich niemand einen Fahrplan merken. Dazu das 365€-Jahresticket. Wie das allerdings bei Corona war, muss ich ihn mal fragen.

    Ja, in meiner Wienzeit fand ich das richtig toll. Es fährt aber auch wirklich fast zu jeder Zeit entweder eine U-Bahn, Bus, Tram, Schnellbahn, bin sogar mit einer alten , kleinen Fähre :smiling_face_with_hearts: über den Donaulkanal zu meiner Schule gekommen ,war der kürzeste Weg, ob es die nocht gibt, weiß ich allerdings nicht. Hach bekomme schon wieder Heimweh nach Wien.

  • Die Ticketpreise sind mittlerweile nur noch unverschämt..

    Und jährlich grüßt die Preiserhöhung. In DD kostet die Einzelfahrt innerhalb einer Tarifzone inzwischen 2,50€, innerhalb zweier Tarifzonen (das ist einmal Dresden von Ost nach West) 4,50€.

    Die Preise gehen natürlich gar nicht, aber wenn man diese Einzelfahrten nur hin und wieder bucht, ist es jetzt nicht SO tragisch finde ich.. Ist man allerdings wirklich auf den Nahverkehr angewiesen (wie ich), darf man innerhalb der eigenen Stadt (im Ruhrgebiet) für 70,20€ monatlich fahren :partying_face: Für 100€ darf man dann auch in den umliegenden Nachbarstädten fahren. Das letzte Mal fuhr ich vor 2 Jahren für 35€ hin und zurück für je 45 Minuten nach Düsseldorf. Für die jeweils 3-stündige Hin- und Rückfahrt nach Hamburg zahlte ich mit dem Flix-Train damals knapp 30€. Ist natürlich zu billig, aber nur mal so als Vergleich. Das ist doch total schwachsinnig.

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